Der Medizinische Dienst Bund bewertet die Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit grundsätzlich positiv. Insbesondere die stärkere Evidenzbasierung von Leistungen sowie eine intensivere Prüfung der Mittelverwendung werden als wichtige Schritte für mehr Qualität und Nachhaltigkeit in der Versorgung hervorgehoben.
„Die Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit setzen mit mehr Evidenzbasierung der Leistungen und einer stärkeren Prüfung der Mittelverwendung ein wichtiges Signal für Qualität und Nachhaltigkeit in der Versorgung – und wir begrüßen, dass der Medizinische Dienst dazu beitragen soll“, erklärt Dr. Stefan Gronemeyer, Vorstandsvorsitzender des Medizinischen Dienstes Bund.
Gleichzeitig sieht der Medizinische Dienst weiteren Handlungsbedarf, insbesondere bei der systematischen Vermeidung von Behandlungsfehlern. Vermeidbare unerwünschte Ereignisse verursachen laut Expertenschätzungen jährlich Kosten in Milliardenhöhe – allein im Krankenhausbereich.
Sicherheitskultur und Never-Event-Strategie gefordert
Der Medizinische Dienst Bund fordert, die Patientensicherheit stärker in den angekündigten langfristigen Empfehlungen der Kommission zu verankern. Neben wirtschaftlichen Aspekten müsse die Versorgungsqualität konsequent in den Mittelpunkt gestellt werden.
„Zugleich ist die strukturierte Vermeidung von Fehlern durch eine gezielte Stärkung der Patientensicherheit von zentraler Bedeutung. Vermeidbare unerwünschte Ereignisse verursachen nach Expertenschätzungen jährlich Kosten in Milliardenhöhe – allein im Krankenhausbereich. Hier liegt erhebliches Einsparpotenzial, das unmittelbar mit besserer Versorgungsqualität verbunden ist.“
Konkret spricht sich der Medizinische Dienst für verbindliche Maßnahmen zur Etablierung einer umfassenden Sicherheitskultur in Medizin und Pflege aus. Dazu zählt auch die Einführung einer sogenannten Never-Event-Strategie, mit der besonders gravierende, grundsätzlich vermeidbare Fehler systematisch verhindert werden sollen. Ziel sei es, sowohl die Sicherheit der Patientinnen und Patienten zu erhöhen als auch gleichzeitig Kosten im Gesundheitswesen zu senken.