„Die Stimmung in den Messehallen war durchweg gelöst und von Optimismus geprägt. Aus den Gesprächen mit unseren Kunden wissen wir, dass die Erwartungen vielfach übertroffen wurden. Endlich konnten wieder persönlich Kontakte geknüpft und intensiviert werden“, zieht Erhard Wienkamp, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, Bilanz.
Die Besucher reisten aus 150 Nationen an den Rhein, der internationale Anteil der Besucher betrug 73 Prozent. Rund 3.000 Medica-Ausstellern und knapp 500 Compamed-Aussteller zeigten ihre Produkte und Lösungen.
„Diese Zahlen stimmen optimistisch und waren im Frühjahr noch nicht auf diesem Niveau erwartbar. Die Aussteller sind froh, nach Düsseldorf gekommen zu sein und erkunden sich schon rege nach Teilnahmeoptionen im nächsten Jahr“, resümiert Christian Grosser, Director Health & Medical Technologies der Messe Düsseldorf.
Wachstum mit Herausforderungen – viel Gesprächsstoff
Ungeachtet anhaltender Einschränkungen im internationalen Warenverkehr prognostiziert der Industrieverband ZVEI für den Weltmarkt der elektromedizinischen Technik ein Wachstum für das laufende Jahr von 8 Prozent. „Die Medica hat den Ausstellern und Besuchern als hybride Präsenzveranstaltung in diesem Jahr eine wichtige Plattform zum persönlichen wie virtuellen Austausch über innovative Medizinprodukte und aktuelle Trends in der Medizintechnik geboten. Sie unterstützt damit die Aussteller bei der Arbeit in europäischen und internationalen Märkten“, erklärt Hans-Peter Bursig, ZVEI-Fachverbandsgeschäftsführer Elektromedizinische Technik.
Die Bedeutung der Messen im Hinblick auf den Export sowie enge Geschäftskontakte in andere Länder stellt auch Marcus Kuhlmann, Leiter Medizintechnik im Deutschen Industrieverband Spectaris.
„Um den Gesundheitsmarkt von morgen mit innovativen Ideen und Konzepten gemeinsam zu gestalten, brauchen wir in der Medizintechnik ein starkes Branchen-Netzwerk. Der persönliche Austausch ist dabei selbst in Zeiten der digitalen Transformation noch immer unersetzlich und wurde von vielen unserer Mitglieder nach nunmehr über eineinhalb Jahren Pandemie herbeigesehnt.“
Marcus Kuhlmann, Leiter Medizintechnik im Deutschen Industrieverband Spectaris
Gemeinsam mit ZVEI organisierte Spectaris das Medica Tech Forum, das sich u. a. mit Fragestellungen rundum internationale Marktzugänge und regulatorische Anforderungen für Medizintechnik auseinandersetzte. Die Ländermärkte Afrikas, die USA und auch Großbritannien wurden hierbei besonders in den Fokus genommen sowie im Speziellen der Bedarf für die Digitalisierung des russischen Gesundheitswesens.
Für viel Gesprächsstoff und Aufklärungsbedarf sorgte die Anwendung der EU-Verordnung für Medizinprodukte (MDR). „Regulierung ist in der Medizintechnik grundsätzlich richtig und wichtig, um Patienten- und Anwendersicherheit überall auf höchstem Niveau zu gewährleisten. Doch Regulierungen, die nicht hinreichend zu mehr Sicherheit beitragen, müssen kritisch hinterfragt und gegebenenfalls auch zurückgefahren werden. Ansonsten schwächen wir den Forschungs- und Innovationsstandort Europa“, so Marcus Kuhlmann.