In einer aktuellen Studie konnte durch die Anwendung einer Überdruck(PAP)-Therapie bei obstruktiver Schlafapnoe (OSA) ein um 13 Prozent geringeres Mortalitätsrisiko innerhalb der ersten vier Behandlungsjahre nachgewiesen werden. Die Analyse wurde von einer Gruppe von Wissenschaftler verschiedener Institute durchgeführt und von dem Schlaf- und Beatmungstherapie-Spezialisten Resmed unterstützt.
Allein in Deutschland sind Schätzungen zufolge rund 26 Millionen Menschen von einer obstruktiven Schlafapnoe betroffen, davon 14 Millionen mit mittelschwerer bis schwerer Ausprägung, teilt Resmed mit. Doch nur etwa eine Million der Betroffenen befinde sich in adäquater Behandlung, obwohl unbehandelte Schlafapnoe die Morbidität und Mortalität erhöhen kann. Als Goldstandard in der Behandlung obstruktiver Schlafapnoe gilt die PAP-Therapie, bei der im Schlaf Atmungsluft mit einem positiven Druck über eine Maske in die Lunge geführt wird.
Der Zusammenhang zwischen OSA und einer erhöhten Sterblichkeitsrate ist international bereits bekannt. Nun hat ein Wissenschaftsteam aus Blaubeuren, Regensburg, Nürnberg, München, Berlin, Bad Feilnbach und Duisburg-Essen reale Daten aus der Datenbank der gesetzlichen Krankenkassen genutzt, um ein besseres Verständnis der Auswirkungen der PAP-Therapie auf die Ergebnisse der Patienten in Deutschland zu erhalten.
Obstruktive Schlafapnoe: Forscher vergleichen zwei Gruppen
Dabei wurden anonymisierte Daten von rund 4,8 Millionen Versicherten aus den Jahren 2015 bis 2020 ausgewählt und retrospektiv betrachtet. Über 22.000 OSA-Patientinnen und -Patienten (12.297 mit PAP-Therapie, 10.020 Kontrollpatienten) erfüllten die Einschlusskriterien. Durchschnittlich waren sie 58 Jahre alt und zu zwei Dritteln (67,2 %) männlich. Betroffene, die nach einer Schlafapnoe-Untersuchung eine PAP-Therapie erhielten und mindestens eine OSA-Diagnose ohne vorherige Therapie bekamen, wurden in die erstere Gruppe einsortiert. Patientinnen und Patienten mit neu diagnostizierter Schlafapnoe und ohne anschließende PAP-Therapie oder andere Behandlung der OSA kamen in die zweite Gruppe.
Anschließend verglich das Forscherteam rund um Holger Woehrle vom Schlaf- und Beatmungszentrum Blaubeuren die Gesamtmortalität beider Gruppen über eine Laufzeit von vier Jahren. Ihre Ergebnisse: Insgesamt betrug die Hazard Ratio für Mortalität 0,87 innerhalb der Nachbeobachtungszeit von vier Jahren. Dies entspricht einem 13 Prozent geringeren Mortalitätsrisiko durch die Anwendung einer PAP-Therapie.
„Die PATHOS-Studie bestätigt wie wichtig eine schnelle Diagnose und wirksame Therapie bei Patienten mit Schlafapnoe ist“, sagt Katrin Pucknat, Präsidentin von Resmed in Deutschland. „13 Millionen Menschen in Deutschland profitieren aktuell nicht von den gesundheitlichen Vorteilen einer Schlafapnoetherapie. Es ist an der Zeit, das Bewusstsein für die Erkrankung zu schärfen und Hürden bei der Behandlung abzubauen, um Betroffene schnellstmöglich in Therapie zu bringen und die Mortalitätsrate durch Schlafapnoe noch weiter zu senken.“