45 Selbsthilfegruppen-Leiterinnen setzten sich zwei Tage lang mit dem Thema „Selbstmanagement von Ödemerkrankungen“ auseinander.
Michaela Lundius begrüßte die Teilnehmenden mit einer virtuellen Betriebsbesichtigung und gab Einblicke in das Fertigen von medizinischen Kompressionsstrümpfen. „Fast 20 Arbeitsschritte sind nötig, um einen Kompressionsstrumpf herzustellen“, informierte die Akademie-Leiterin von Ofa Bamberg. Gerade die viele Handarbeit überraschte einige Zuhörer, so dass die Wertschätzung für das Medizinprodukt deutlich zugenommen habe, teilt Ofa mit.
Mit einem Fragebogen mussten die Teilnehmenden sich selbst analysieren und herausfinden, welche Charaktereigenschaften zu den vier Persönlichkeitstypen Choleriker, Melancholiker, Phlegmatiker und Sanguiniker gehören. Diese Selbstanalyse hilft, den Umgang mit Mitmenschen besser einschätzen und dementsprechend reagieren zu können.
Einen Erfahrungsbericht zum Thema Ernährung bei Lipödem lieferte Katja Wagner. Die Leiterin der LiLy Turtles aus Winsen hatte durch eine Umstellung mehrere Kilos abgenommen und ihr Gewicht seitdem gehalten. „Abnehmen kann jeder, und wir haben alle schon unzählige Diäten hinter uns. Aber das Gewicht zu halten, das ist die Herausforderung. Vor allem, wenn man so gerne Kuchen und Torten isst, wie ich.“ Stattdessen greift Katja auf glutenfreie Waffeln zurück, die sie mit Agaven-Dicksaft süßt. Solche praxisnahen Tipps nahmen die Teilnehmenden dankend an.
Ruth Leitenmaier, Anwältin und Lipödem-Betroffene, referierte über die Rechte von Betroffenen. Neben Hinweisen zur Gesetzesgrundlage lockerte sie ihren einstündigen Vortrag mit Anekdoten aus ihrem Berufsalltag auf.
In einem Workshop zum Thema Kompressionsversorgung wurde die Gruppenarbeit und der Austausch zu Versorgungsmöglichkeiten gefördert. Anhand eines kleinen Wettkampfes sollten die Teilnehmenden herausfinden, welche Zusätze und Ausführungen zur Verfügung stehen, wie diese aussehen und welchen Nutzen sie haben.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete Isabel Garcia. Die Autorin und Sprecherin zog die Anwesenden von der ersten Sekunde in ihren Bann, unter anderem auch, weil sie ihren Vortrag mit einem Lied a cappella begann. Die anschließenden 60 Minuten füllte sie mit ihren Erfahrungen, die sie als Lipödem-Betroffene gemacht hatte und wie sie mit Ablehnung und negativen Gedanken umgeht.