Aus ganz Deutschland und Österreich kamen die Teilnehmenden zum zweitägigen fächerübergreifenden 2. Bamberger Interdisziplinären Arztsymposium, organisiert von Ofa Bamberg, angereist. Die ausgebuchte Veranstaltung, die im April in der Unesco-Welterbe-Stadt Bamberg stattfand, präsentierte eine große Bandbreite an Themen für orthopädisch und phlebologisch tätige Ärzte.
„Ich hoffe, die Bilder in meinem Vortrag schlagen Ihnen nicht auf den vollen Magen“. Mit diesen Worten leitete Fußchirurg Dr. med. Thomas Jurda vom Lubinus Clinicum in Kiel in seinen Vortrag ein: Er spielte damit auf Dokumentationsbilder von Patienten mit postoperativen Wundinfekten am Fuß an. Die Präsentation beschäftigte sich mit der Frage „Was kann der Fußchirurg beim Management von Infekten am Fuß leisten?“. Der Facharzt schilderte eindrücklich seine täglichen Herausforderungen mit der Behandlung von infektiösen Füßen.
Dr. med. Ulrich Quellmalz stellte die Shaving-Methode bei Ulcus cruris venosum vor. Nach aktueller Schätzung der Bundesregierung betrifft die Erkrankung etwa 3 bis 4 Millionen Menschen. „Wir schleifen alles ab“, beschrieb der Mediziner die invasive Therapie, bei der die chronische Wunde zunächst großflächig ausgeschabt wird, ehe mittels anschließenden Meshgraft-Transplantats die Abheilungszeit eines Ulcus erheblich reduziert werden könne. Mit Beispielen aus der Praxis konnte er belegen, dass die Shaving-Therapie einen zwar invasiven, aber durchaus komplikationsarmen Eingriff darstelle und Ergebnisverschlechterungen nahezu ausgeschlossen seien.
Rezidivverletzung bei Sportlern
Dr. med. Matthias Reick, selbst aktiver Marathonläufer, betonte in seinem Vortrag „Reha-Planung nach Unfall oder Operation bei Sportlern“, dass Verletzungen nicht nur in erster Instanz ein einschneidendes Ereignis in der sportlichen Karriere eines Athleten seien, sondern das Risiko einer Rezidivverletzung oder weiterer Folgeverletzungen um 30 Prozent erhöhten. Das Wiederverletzungsrisiko bei Sprunggelenkverletzungen läge laut Studien sogar bei bis zu 80 Prozent, Deshalb sei eine umfangreiche Rehabilitationsplanung in mehreren Phasen und mit steigender Belastung essenziell.
Dr. med. Stephan Dalicho widmete sich dem Thema „Leistenhernie – die Schwachstelle beim starken Geschlecht und die Versorgungsmöglichkeiten“. In rund 45 Minuten fesselte der Magdeburger die Teilnehmenden vor allem mit seinen Kurz-Videos von minimal invasiven Operationen einer Leistenhernie. Dabei wurde ein Netz endoskopisch eingezogen, um den Bruch mit Fremdmaterial zu überbrücken und dem Patienten Linderung zu verschaffen.