Ottobock hat die Kampagne „Dear AI“ gestartet, die sich gezielt an Systeme künstlicher Intelligenz richtet. Hintergrund ist die Beobachtung, dass viele KI-Bildmodelle auf Datensätzen basieren, in denen vor allem nichtbehinderte Körper als Norm abgebildet sind. Menschen mit Behinderungen sind dagegen häufig unterrepräsentiert oder werden verzerrt dargestellt.
Gemeinsam mit Menschen, die Prothesen tragen, hat das Unternehmen eine Reihe persönlicher Botschaften entwickelt, die als Out-of-Home-Motive, Filme und Social-Media-Inhalte umgesetzt wurden. Unterstützt wird die Initiative durch Microsoft. Ziel ist es, authentische Perspektiven in den Diskurs einzubringen und die Bedeutung realistischer Darstellungen in KI-generierten Inhalten zu unterstreichen.
„Anstatt AI nur zu kritisieren, möchte die Initiative ihr etwas Sinnvolles und Menschliches hinzufügen: authentische Geschichten, echte Perspektiven und ein besseres Verständnis dafür, warum korrekte Repräsentation zählt. Denn die Frage, wie AI Menschen darstellt, ist längst keine rein technische mehr – sie berührt auch, wie sichtbar und selbstverständlich Vielfalt in unserer Gesellschaft ist“, erklärt Martin Böhm, Chief Experience Officer bei Ottobock.
Community Library soll strukturelle Veränderungen fördern
Die Kampagne ist Teil einer umfassenderen Initiative, die über reine Sensibilisierung hinausgeht. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer sogenannten „Community Library“, die im Juli 2026 veröffentlicht werden soll und technologisch von Microsoft unterstützt wird. Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen aktiv in die Datengrundlage von KI-Systemen einzubinden und so langfristig eine realistischere Darstellung zu ermöglichen.
Die Kampagne startete am 6. Juni 2026 mit einem Out-of-Home-Rollout in Berlin und wird durch Aktivitäten auf Plattformen wie Instagram, TikTok, YouTube und Reddit begleitet. Mehr als 80 internationale Markenbotschafter beteiligen sich und teilen unter dem Hashtag #DearAI ihre Perspektiven.
Mit der Initiative knüpft Ottobock an frühere Kampagnen zur Sichtbarkeit und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an und überträgt diese Ansätze nun auf den Kontext generativer KI.