Die weltweite Branche für moderne Hilfsmittelversorgung trifft sich vom 10. bis 13. Mai in Leipzig persönlich zum fachlichen Austausch. Zahlreiche Besucher aus über 70 Ländern haben sich laut Veranstalter für die OTWorld mit 440 Ausstellern aus 36 Ländern und mehr als 300 internationalen Referenten angemeldet. Auch prominente Botschafter aus der Welt des Sports wie Dirk Nowitzki, Fabian Hambüchen und die Paralympics-Stars Léon Schäfer sowie Johannes Floors haben sich angekündigt. Zumindest in Gedanken dabei: Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach, der mit einem digitalen Grußwort die OTWorld am 10. Mai um 16.45 Uhr im Saal 1 der Halle 3 eröffnet.
„Hilfsmittelversorgung geht nicht aus dem Homeoffice heraus“, erklärt Alf Reuter, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT), ideeller Träger der OTWorld. Orthopädietechniker und -schuhtechniker haben die letzten beiden Jahre unter schwierigsten Verhältnissen versorgen müssen. Die Corona-Pandemie ist noch nicht Geschichte. Schon ist mit Lieferengpässen, dramatisch steigenden Rohstoff-/Energiepreisen und einem Krieg in Europa mit erhöhter Anzahl an zu versorgenden Menschen die nächste Krise im Anmarsch. „Wir müssen uns bewusst sein, dass wir gemeinsam mit Kostenträgern und Verordnern in der Verantwortung stehen. Tun wir das nicht, kommt es zu dramatischen Unter- und Fehlversorgungen. An der Qualität der Versorgung darf nicht gespart werden“, so Alf Reuter weiter. Umso wichtiger sei es, den Stand der Technik mit ihren Möglichkeiten und Grenzen in Deutschland, Europa und weltweit wieder persönlich diskutieren zu können.
Von der Wiege bis zur Bahre begleitet die Hilfsmittelversorgung die Menschen. Entsprechend breit gefächert ist das Spektrum an Innovationen und Versorgungskonzepten der 440 Aussteller aus 36 Ländern. Es reicht von Hightech-Prothetik und -Orthetik über Einlagen und 3D-Druck bis Lymphversorgung, ob für Kinder, Kriegsversehrte oder multi-morbide Patienten.
Neu in diesem Jahr ist die Präsentation der Angebote in Versorgungsbereichen wie Mobilitätseinschränkungen, Diabetes und Gefäßerkrankungen, Arthrose und Verschleißerkrankungen, Schlaganfall, Sportprophylaxe und Unfallverletzungen, Rücken, Bewegungsstörungen und Lähmungen, Krebserkrankungen sowie Prävention. Besucher sollen sich so noch einfacher informieren können.
Mit den drei neuen Versorgungswelten Cerebralparese, Einlagen und Lympherkrankungen werden die vorgestellten Themen noch stärker in den Fokus gerückt, indem die fachgerechte und evidenzbasierte Hilfsmittelversorgung jeweils von A bis Z gezeigt und erläutert wird. In Rundgängen können die Sonderschauen erkundet werden, eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig.
Die OTWorld wartet mit einer weiteren Neuerung, der Start-up-Zone in Halle 3, auf. Insgesamt 15 Start-ups aus 13 Ländern präsentieren ihre Lösungen und Konzepte auf der ausverkauften Start-up-Zone vor einem internationalen Publikum. Zahlreiche Aussteller-Workshops, digitale Innovation Talks sowie das Forum Digitalisierung runden das Angebot für Besucher ab.
OTWorld: Weltkongress mit 300 Experten
Mehr als 300 internationale Experten reisen zum Weltkongress nach Leipzig, um Einblicke in die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie internationalen Versorgungsmöglichkeiten zu geben: von der Sportorthopädie bis zur Kinderorthopädie, von der Grundlagenforschung bis Digitalisierung. Unter der Schirmherrschaft der beiden Kongresspräsidenten Prof. Martin Engelhardt, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie/Ärztlicher Direktor des Klinikums Osnabrück, und Dipl.-Ing. (FH) Merkur Alimusaj, Leiter der Technischen Orthopädie am Universitätsklinikum Heidelberg, ein breit gefächertes Kongressprogramm.
„Ob Handwerker, Mediziner im Versorgungsalltag oder Ingenieure in der Grundlagenforschung – für jeden ist etwas im Angebot. Der Kongress bietet Raum, um sich im eigenen Fach oder interdisziplinär auszutauschen“, sagt Prof. Dr. Martin Engelhardt. Der Sportmediziner setzt mit der Versorgung von Sportlern im Leistungs- und Breitensport Akzente im Programm.
Für Merkur Alimusaj steht das Thema Zusammenarbeit an erster Stelle: „Mit dem Kongress möchten wir die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Orthopädie-Technikern, Ärzten und Therapeuten über Ländergrenzen hinweg intensivieren. Der Mix aus Handwerk und Forschung im Programm steht als Grundstein für zukunftsweisende Synergien. Wir müssen nicht nur unser Wissen in der Versorgung heute stärken und im gemeinsamen Austausch weiter ausbauen, sondern auch verstehen und (mit-)entwickeln, wie die Versorgung morgen sein muss.“
Branchenpolitisches Forum: Zukunft gemeinsam gestalten
Wie hat sich das Gesundheitswesen verändert? Wie können wir die Zukunft der Hilfsmittelversorgung in Deutschland, Europa und der Welt gestalten? Welche Innovationen und neuen Versorgungskonzepte kommen auf den durchgerüttelten Markt und später hoffentlich zu den Patienten? Diese und viele weitere brennende Fragen stehen auf der Agenda des „Branchenpolitischen Forums“ des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik.
Digitale Angebote zur OTWorld
Während der Pandemiezeit entwickelte digitale Elemente erweitern den Besuch vor Ort oder bieten eine Alternative, wenn eine persönliche Teilnahme in Leipzig nicht möglich ist. Die Verlängerung der internationalen Fachmesse und des Weltkongresses durch digitale Elemente ermöglicht eine Reichweite bis in die entferntesten Ecken. So können auch Teilnehmer aus Entwicklungs- und Schwellenländern vom interdisziplinären sowie internationalen Wissens- und Erfahrungsaustausch profitieren.
Mit dem Angebot OTWorld Live können Highlights aus dem Programm während der Veranstaltung über ein eigenes Nutzerkonto kostenfrei gestreamt werden. Nach der OTWorld stehen die Inhalte dann bis zu zwei Monate in der Mediathek zur Verfügung.
Die Veranstaltung wird durch eine App begleitet. Dort finden Teilnehmer alle wichtigen Informationen für den Besuch vor Ort wie die Produkt- und Ausstellerwelt, das Kongress- und Messeprogramm, den interaktiven Hallenplan sowie das Matchmaking. Letzteres ermöglicht als neues Tool eine interessensbasierte Verknüpfung sowie den Austausch mit anderen Teilnehmern per Chat und Video-Call.