Interdisziplinarität wird groß geschrieben: Hier treffen sich alle Akteure, die an der Hilfsmittelversorgung von Patienten beteiligt sind, wie Orthopädietechniker, -schuhmacher, Ingenieure, Ärzte, Physio- und Ergotherapeuten. Der Kongress wird vom Who-is-Who der Branche hochkarätig besetzt. Die Highlights im Überblick:
OTWorld: Der Kongress
Mit mehr als 50 Vortragsblöcken bietet der Kongress ein breites Spektrum auf höchstem Niveau, das alle Facetten der Patientenversorgung beleuchtet. "Wir bringen Experten aus aller Welt zusammen, hier werden Visionen Realität und es entstehen aus Trends neue Zukunftsperspektiven", erklärt Klaus-Jürgen Lotz, Präsident des ideellen Trägers der OTWorld.
Kongresspräsident Prof. Dr. Frank Braatz von der Privaten Hochschule Göttingen/UMG Universitätsmedizin Göttingen gibt einen Einblick in die Inhalte des Programms: "Der thematische Fokus ergibt sich ganz klar aus dem Versorgungsalltag und beleuchtet insbesondere Themen, die eine besondere Herausforderung im Alltag unserer Arbeit darstellen: Interdisziplinäre Vernetzung, Ausbildung und Austausch über innovative Versorgungskonzepte stehen auf der mit international renommierten Referenten besetzten Agenda."
Wichtig zu wissen: Erstmals findet die Fachmesse mit 550 Ausstellern aus etwa 40 Ländern gemeinsam mit dem Weltkongress in drei Hallen auf rund 50.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche statt. Auf 10.000 Quadratmetern baut die Leipziger Messe ein multifunktionales Kongresszentrum als integrierter Bestandteil in die Industrieausstellung.
OTWorld lenkt Fokus auf die Kinderversorgung
"Die Versorgung von Kindern liegt dem Programmkomitee des Weltkongresses der OTWorld 2016 ganz besonders am Herzen", betont Professor Dr. med. Frank Braatz. "Eine interdisziplinäre Herangehensweise ist essenziell, um speziell mehrfach- oder schwerstbeeinträchtigten Kindern zu einem selbstbewussten, möglichst selbstbestimmten Leben zu verhelfen. In Symposien und Workshops möchten wir Wege zu optimalen Versorgungen aufzeigen, um so flächendeckend einen Wissensaustausch zu ermöglichen."
Im Kongressprogramm wird die Hilfsmittelversorgung von Kindern aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet sowie an konkreten Beispielen dargestellt. Im Mittelpunkt steht das Teamwork "auf Augenhöhe" von Technikern, Physio- und Ergotherapeuten, Orthopäden, Neuro- und Sozialpädiatern, das ebenso die Familien und die Kostenträger einbezieht. Ein Highlight: In Zusammenarbeit mit RehaKIND werden im Format "How to treat: Kinderversorgung" Fälle aus der Praxis präsentiert und Versorgungsoptionen in kleiner Runde diskutiert.
Auf der Messe lädt das Technik-Forum Reha mit der "Gläsernen Werkstatt" erneut dazu ein, die Hilfsmittelfertigung unter anderem für schwerstbehinderte Kinder hautnah zu erleben. Das Konzept mit Live-Vorführungen, täglichem Bühnenprogramm und Kommunikation zwischen Orthopädie- und Reha-Technikern sowie dem Fachkräftenachwuchs der Jugend.Akademie TO, Therapeuten, Medizinern und Kostenträgern wird weiter ausgebaut. Täglich finden moderierte Rundgänge statt.
Auf der Bühne stellen Techniker, unterstützt von Physiotherapeuten oder Ärzten, ausgewählte Prozesse moderner Patientenversorgung vor. Patienten beziehungsweise Angehörige oder Betreuer ergänzen dies mit Erfahrungsberichten.Fachhandel
"Gesundheitshaus der Zukunft"
Die Sonderschau "Gesundheitshaus der Zukunft" zeigt moderne Möglichkeiten der Warenpräsentation und im Ladenbau. Auf Themeninseln werden effektvolle und verkaufsfördernde Trends und Ideen durch Partner aus der Industrie vorgestellt. Die Ladenbauer informieren in einem eigenen Pavillon über Boden, Wand, Decke, Oberflächen oder Beleuchtung. Und junge innovative Unternehmen zeigen im "Designer’s Village" ihre Visionen und Konzepte zur optimalen Gestaltung von Verkaufsräumen.
Im "Zukunftsforum Fachhandel" angegliedert an die Sonderschau "Gesundheitshaus der Zukunft" stehen Vorträge zu Marketingstrategien, Konsumverhalten und Arbeitszeitgestaltung auf der Agenda. Joachim Glotz, Vorstand des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik referiert beispielsweise über "Trendforschung und Konsumentenverhalten". Einblicke in Retailkonzepte gibt Innenarchtiektin Elke Park.Erfahrungsberichte aus der Praxis liefert unter anderem Tim Wohlleben von der Jüttner Orthopädie mit der Fragestellung "Wie mit Markenbotschaftern Sanitätshausmarketing gesteuert werden kann". Die Preisfindung und -höhe nimmt Thomas König, Geschäftsführer Koenigconsult.de unter die Lupe, während Martin Grötzinger (Volkmer Management) über optimierte Prozesse informiert.
"Offenes Forum" und Werkstattgespräche
Premiere für das "Offene Forum": Es präsentiert allen Besuchern wegweisende Highlights aus dem wissenschaftlichen Programm des Weltkongresses und klopft sie auf ihre Praxistauglichkeit ab. "Dadurch integrieren wir neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und deren fachpraktische Anwendungen direkt in das Messegeschehen", erläutert Braatz.
Das Spektrum reicht von Erfahrungsberichten über Symposien bis zu Podiumsdiskussionen. "Ein ganz heißes Thema ist die kosmetische Gestaltung von Prothesen", so Braatz weiter. Da habe es in den letzten zwei bis vier Jahren einen enormen Wandel gegeben: "Neue Technologien wie 3D-Druck haben Einzug gehalten. Gerade jüngere Patienten wünschen häufig auffällige optische Verkleidungen und Design-Protektoren."
Das Symposium "Innovative Designvarianten in der Beinprothetik" beleuchte diese Entwicklungen. Neu sind ebenfalls die einmal täglich stattfindenden "Werkstattgespräche", an denen auch die Messebesucher mit Zusatzticket teilnehmen können. "Dabei handelt es sich um versorgungsrelevante Kurse zur Verbesserung von Hilfsmitteln in der täglichen Praxis", beschreibt Michael Schäfer, Geschäftsführer der Pohlig GmbH und als Vorstand des BIV-OT Mitglied im Programm- und Kurs-Komitee. "Aus Großbritannien reist zum Beispiel mit Elaine Owen vom Child Development Centre in Bangor eine weltweit renommierte Expertin für Orthetik sowie für Zerebralparese an", kündigt Schäfer an. Unter dem Titel "Orthesen – Feintuning zur Beeinflussung des Gangbildes" werden anhand von Videos Modifikationen von Unterschenkelorthesen vorgestellt und deren Wirkungen auf das Gangbild demonstriert. Weitere Werkstattgespräche stehen zu "Rollstuhlanpassung", "Gangfehler-Analyse und "Einlagen bei Metatarsalgien und Plantarfaszitis" auf dem Programm.