In wenigen Jahren werden Krankenkassen nicht einen Kuli ohne Ausschreibung im Vorfeld einkaufen. Der DAK-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Herbert Rebscher, als Referent auf dem dritten Qualitätsforum Hilfsmittel des QVH eingeplant, hatte mit seinen zuvorigen Aussagen auf dem Bauerfeind-Branchenforum in Frankfurt für mächtig Zündstoff gesorgt. Es entwickelte sich auch die denkbar intensive Diskussion zwischen Leistungserbringern und Kos-tenträgern – auch wenn der Auslöser selbst leider nicht vor Ort war.
Sascha Graf, Leiter des Hilfsmittelmanagements der DAK-Gesundheit, musste kurzfristig für seinen Chef einspringen. "Definieren ökonomische Anreize die Versorgungsqualität" lautete die Überschrift seines Vortrags. Grafs Antwort ließ nicht lange auf sich warten: "Ja, ein Zusammenhang ist da, innerhalb einer gewissen Range."
Graf verwies auf die Schwierigkeiten der Qualitätsbewertung. Versorgungsziele seien häufig nicht klar definiert. Jede Produktgruppe habe andere Qualitätsanforderungen, eine übergreifende Sicherstellung der Versorgungsqualität falle schwer. Nicht zuletzt fehlten aussagekräftige Kennzahlen. Das heißt, die Hebel zur Verbesserung des Versorgungsergebnisses seien nicht bekannt. Beispiel Dekubitusversorgung: Neben Ärzten sind Pflegedienste und -heime, Hilfsmittel-Leistungserbringer oder auch Hersteller an der Versorgung beteiligt. Wer beeinflusst maßgeblich die Versorgungsqualität? Wo sollen die ökonomischen Anreize gesetzt werden? Ein höherer Vertragspreis gehe daher nicht automatisch mit einer besseren Qualität einher. Graf ist überzeugt: "Die übergreifende Verantwortung benötigt eine übergreifende Lösung."
Angesichts der intransparenten Situation beruft sich die DAK auf die Aussage der Patienten. "Er entscheidet über die angemessene Qualität – durch seine Perspektive ist zu bewerten." Generell stelle man nicht fest, dass sich bei technischen Hilfsmitteln die Beschwerdequote erhöht hat. Walter Schuch, Vorsitzender des Bundesverbands des Sanitätsfachhandels, verwies auf die negativen Kommentare der Kunden vor Ort im Sanitätshaus. Durch die Zuzahlung der Patienten würden zudem die gleichen Badewannenlifter wie in der Vergangenheit abgegeben.
Im Anschluss entwickelte sich eine intensive Diskussion über die Entwicklung der Versorgungsqualität. Graf erklärte, sich ebenso über das niedrige Preisniveau der Bieter zu wundern. Viele Angebote sind aus seiner Sicht "unverständlich". Einig waren sich die Teilnehmer über die Unzulänglichkeiten des Hilfsmittelverzeichnisses.
Den ausführlichen Beitrag finden Sie in der Dezember-Ausgabe von GesundheitsProfi.