Eröffnet wurde die Rehacare von Messedirektor Hannes Niemann, der dazu aufrief die Veranstaltungen rund um die Fachmesse als Plattform für den Austausch zu nutzen. „Wir müssen miteinander statt übereinander reden und den Austausch auf nationaler sowie auf internationaler Ebene stärken“, lautete sein Appell.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion, diskutierten Experten führender Fachverbände darüber, wie das Hilfsmittelsystem in Deutschland zukunftsfest gemacht werden kann. Angesichts des demografischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels in der Pflegebranche werde der Reformbedarf der Hilfsmittelversorgung immer drängender. Über 7,9 Millionen Menschen mit schweren Behinderungen und 4,3 Millionen Menschen in ambulanter Pflege sind auf funktionierende, schnell zugängliche Hilfsmittel angewiesen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Die Teilnehmenden der Panel-Diskussion:
- Ayleen Walter, Anwenderin von Hilfsmitteln, erzählte von ihrem persönlichen Weg zur Orthese und forderte Entbürokratisierung und eine funktionierende Netzwerkversorgung.
- Patrick Grunau, Generalsekretär „Wir versorgen Deutschland e. V.“ kritisierte ebenfalls den Bürokratisierungsaufwand für die Leistungserbringer und mahnt, die Realität nicht aus den Augen zu verlieren.
- Martin Danner, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe e. V. fordert einen Rahmenvertrag für die Hilsfmittelversorgung.
- Vanessa Patz, Referentin für Sozialpolitik, Sozialverband VdK NRW e. V. forderte weniger Hürden für das „Schnittstellenthema Hilfsmittelversorgung“ aus Sicht der Pflegenden.
In einem „Offenen Brief an die Politik“ haben die Fachverbände konkrete Maßnahmen formuliert, wie das System der Hilfsmittelversorgung für die Zukunft fit gemacht werden kann. Denn so innovativ die auf der Rehacare ausgestellten Hilfsmittel zum Teil sind, so wenig innovativ – so die Diskutanten – ist die Politik. Deshalb solle der unübersichtliche Wust einzelner Rahmenverträge durch einen zentralen Rahmenvertrag abgelöst und die Chancen der Digitalisierung besser genutzt werden. Die Bedarfe der Betroffenen sollten wieder mehr im Mittelpunkt stehen, und Hilfsmittel sollten mehr als Lösungen und weniger als Kostenverursacher gesehen werden. „Wir müssen die Innovationen in die Versorgung bringen“, fasst Dr. Martin Danner, BAGS zusammen.