sie nicht durch Bürokratie, Ablehnungen und Widersprüche weiter zermürben.“ Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen, möchte die Eltern und Familien unterstützen und informierte sich über die Aktivitäten des Vereins Rehakind.
In einem zweistündigen Meinungsaustausch hörte sie sich die zahlreichen Probleme und Hürden bei der Bewilligung von Kinder-Hilfsmitteln an, teilt Rehakind mit. Immer häufiger wendeten sich Betroffene mit juristischen Fragen rund um Hilfsmittel an den Verein. Damit entstehe der Eindruck, dass die Krankenkassen zunehmend mehr Anträge ablehnen bzw. dem Medizinischen Dienst zur Prüfung übergeben. Rechtsanwalt Jörg Hackstein, Vorsitzender des Vereins Rehakind, betreue derzeit über 650 Einzelverfahren wegen nicht genehmigter Hilfsmittel. Dabei gehe für Kinder um wichtige Zeitfenster, die sie in ihrer Entwicklung versäumten.
Claudia Middendorf hat als Sozialpädagogin in Einrichtungen und der Behindertenhilfe gearbeitet und kennt diese Themen auch aus der Bürgersprechstunde. Rehakind stellte ihr das Aktionsbündnis für bedarfsgerechte Hilfsmittelversorgung sowie die Hauptforderungen vor: Kommunikation und Abläufe zwischen Patienten, Verordnern, Leistungserbringern und Krankenkassen so zu verändern, dass kurzfristig und unbürokratisch zielgerichtete Entscheidungen getroffen werden können zur bedarfsgerechten Versorgung. Dazu gehöre auch, Prüfungen des Medizinischen Dienstes einzusparen, wenn z.B. aus einem Sozialpädiatrischen Zentrum Hilfsmittel verordnet werden, da keine zusätzliche fachliche Kompetenz durch den Medizinischen Dienst zu erwarten sei.
Die Beauftragte habe versprochen, sich in politischen Gremien dafür einzusetzen und bot allen Betroffenen aus NRW an, sich an sie zu wenden, und die Missstände und Probleme zu benennen.