Für Familien mit Kindern und Jugendlichen mit komplexen Behinderungen ist es lebenswichtig, die richtigen Hilfsmittel-Versorger zu finden. Das soll jetzt bedeutend leichter werden. Das neutrale Kinderreha-Netzwerk Rehakind und die Rehavital mit der Pädivital als engagierte Arbeitsgemeinschaft von knapp 30 Leistungserbringern in der Kinderversorgung einigten sich bei der Qualifizierung von Versorgungsexperten der Kinderreha auf ein gemeinsames Curriculum und ein gemeinsames Label: den zertifizierten Rehakind Fachberater.
Ab Juli 2021 werden alle Pädivital Fachberater gemeinsam mit den zertifizierten Rehakind Fachberatern in einer Fachberaterliste zu finden sein, teilen die Partner mit. Somit werden ab sofort alle 125 Pädivital Fachberater auch gleichzeitig Rehakind Fachberater. Die Vertreter beider Netzwerke verständigten sich auf einen hohen Qualifizierungsanspruch und auf eine regelmäßige jährliche Fortbildungspflicht mit einer Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2022. Mit der Einigung auf das gemeinsame, neutrale Label werde auch dem Wunsch der Kostenträger nach einem einheitlichen und eindeutigen Qualifizierungsstatus entsprochen.
„Wir sind uns einig, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderung und Hilfsmittelbedarf in der Versorgung hohe Standards und besonders qualifizierte Versorger brauchen. Die Qualität der Kinderversorgung muss einheitlich und transparent festgelegt werden“, bekräftigen Christiana Hennemann für Rehakind und Ole Gustafsson für die Rehavital.
Rehakind und Rehavital: gemeinsame Schulungsinhalte
Multiprofessionell erarbeitete und neutrale Schulungsinhalte sollen sicherstellen, dass diese Qualitätsstandards von den Kostenträgern akzeptiert und auch bezahlt werden.
Der Verein Rehakind sei mit seiner Initiative „neutraler Mustervertrag“ mit allen Leistungserbringergemeinschaften, auch unter Mitwirkung von Rehavital-Vertretern, den richtigen Schritt gegangen und habe sich in der Branche und der Politik als neutrales Netzwerk einen Namen gemacht. „In dem wir unsere Qualifizierungsmaßnahmen zusammenlegen und unsere Kommunikation im Bereich Kinderreha abstimmen, werden Ressourcen gebündelt und im Markt und auch bei den Kassen ein klares Signal gesetzt“, sind sich die beiden Partner einig.
Ein abgestimmtes Curriculum werde erarbeitet, die Fortbildungen beider Anbieter Rehakind und Rehavital in das modulare Rehakind-System eingebunden, weiterentwickelt und ab 2022 angeboten. Kassenvertreter begrüßen nach eigenen Angaben das gemeinsame Vorgehen und die Einigung auf ein akzeptiertes und einheitliches Qualitätslabel.