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Corona-Krise

RehaVital beschafft Schutzausrüstung für Mitgliedsbetriebe

Die Leistungserbringer-Gemeinschaft RehaVital hat 200.000 Atemschutz- sowie 150.000 Mundschutzmasken für ihre Mitgliedsbetriebe eingekauft.

Medizinische Schutzausrüstung, insbesondere Atemschutzmasken (ob einfacher Mundschutz oder FFP2-Atemmasken), sind in Gesundheitsbetrieben derzeit Mangelware. Sanitätshäuser stehen zudem vor dem Problem, dass sie im Gegensatz zu Ärzten und Krankenhäusern nicht von der zentralen Beschaffung der Bundesregierung profitieren. Deshalb hat die RehaVital Gesundheitsservice GmbH autark 200.000 Atemschutz- sowie 150.000 Mundschutzmasken eingekauft, die jetzt zentral organisiert an die Mitglieder in ganz Deutschland verteilt werden.

Geeignete Schutzausrüstung wird auch von den Hilfsmittelleistungserbringern derzeit dringend benötigt, um weiter mit Patienten in direktem Kontakt stehen zu können, ohne sich oder den Patienten zu gefährden. Fehlt die entsprechende Schutzausrüstung, könnten die Sanitätshausmitarbeiter Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nicht mehr zur Patientenversorgung betreten. Oder Patienten könnten nicht aus der Klinik entlassen werden, weil die wohnortnahe Versorgung nicht sichergestellt ist.

Jens Sellhorn, Geschäftsführer der RehaVital, erklärt: „Natürlich gehören Ärzte und besonders Krankenhäuser zu denen, die an erster Stelle stehen, wenn es an die Verteilung geht. Unsere Mitgliedsbetriebe stehen dadurch aber schon seit Wochen vor dem riesigen Problem, dass sie nicht wissen, wie sie ihre Patientenversorgung aufrechterhalten sollen, wenn Atemschutz und Desinfektionsmittel immer knapper werden und keine Aussicht auf Nachlieferung besteht.“

Frank Strobel, stellvertretender Bereichsleiter Beschaffungsmanagement der RehaVital, ergänzt: „Wir freuen uns sehr, dass wir unseren Mitgliedern Akuthilfe in diesen besonderen Zeiten leisten können. Die Beschaffung war nicht einfach und auch langwierig. Der Erfolg macht die Anstrengungen aber wieder wett.“ Er kritisiert allerdings, dass auf die Ware noch zusätzliche Zollgebühren entfielen. Eine Zollbefreiung betrifft medizinische Schutzausrüstung in der Corona-Krise nur, wenn diese von staatlichen Institutionen zur nicht-gewerblichen Distribution importiert werden. Die RehaVital wird somit als gewerblicher Importeur behandelt und muss auch die damit verbundene Zollgebühr entrichten. „Es ist natürlich ärgerlich, dass wir zum einen nicht vom BMG bei der Verteilung von Schutzausrüstung eingebunden werden und zum anderen nun auch noch Gebühren zahlen müssen, obwohl wir die Masken ja nur zum Schutz unserer Mitarbeiter und der Patienten verwenden“, konstatiert Strobel. „Allerdings nehmen wir diese Zusatzkosten lieber in Kauf, bevor unsere Mitglieder ganz ohne Atemschutz dastehen. Wir prüfen aber derzeit, ob wir die erhobenen Gebühren auf politischer Ebene anfechten können.“

RehaVital-Mitglied Schaub: „Benötigen Mund- und Nasenschutz dringend.“

„In der aktuellen Situation benötigen wir den Mund- und Nasenschutz dringend“, betont Philipp Joos, Leiter Zentraleinkauf des RehaVital-Mitglieds Schaub in Freiburg. „Einerseits, um die Hilfsmittel-Versorgungen weiterhin unter Berücksichtigung des „bestmöglichen Schutzes“ für unsere Kunden sowie Mitarbeiter zu gewährleisten und andererseits, um das Übertragungsrisiko so weit wie nur möglich zu reduzieren. Die Lieferung der Masken hilft uns deshalb in dieser akuten Phase der Epidemie wirklich weiter.“

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Tobias Kurtz / 27.04.2020 - 11:05 Uhr

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