Besonders die pauschale Kürzung um drei Prozent ignoriert laut einer Mitteilung die Versorgungsrealität und belaste gerade individuelle, personalintensive Leistungen.
Die Verbundgruppe kritisiert daher, dass die geplanten Regelungen zu pauschal in einen Versorgungsbereich eingreifen, der stark von individuellen Dienstleistungen geprägt ist.
Die geplante pauschale Kürzung der Vergütung um drei Prozent bei bereits ausgehandelten Vertragspreisen ignoriere sowohl den unterschiedlichen Versorgungsaufwand als auch regionale Besonderheiten und die Komplexität in der Hilfsmittelversorgung.
„Der Hilfsmittelbereich zeichnet sich seit langem durch eine moderate Ausgabenentwicklung aus. Pauschale Kürzungen greifen daher ins Leere: Sie treffen nicht Überversorgung, sondern beschneiden wichtige Leistungen, die Patientinnen und Patienten im Alltag brauchen“, erklärt Patrick Grunau, Bereichsleiter für Politik und Kommunikation der Rehavital. Auch die Versorgung vor Ort, vor allem in ländlichen Regionen, gerate durch die geplanten Maßnahmen unter Druck.
„Das Problem ist nicht die Idee einer besseren Steuerung der Wirtschaftlichkeit, sondern die undifferenzierte und unverhältnismäßige Kürzung eines ohnehin bereits wirtschaftlich disziplinierten Bereichs“, so Grunau weiter.
Kritisch bewertet die Rehavital zudem die geplante Erhöhung der gesetzlichen Zuzahlung, solange das Inkassorisiko bei den Hilfsmittelleistungserbringern bleibt. Wenn die Zuzahlungen steigen sollen, müsse gleichzeitig das Inkassorisiko wie bei Arzneimitteln auf die Krankenkassen verlagert werden. Anders als in anderen Bereichen tragen Hilfsmittelleistungserbringer ansonsten weiterhin das volle Ausfallrisiko, was einer zusätzlichen Kürzung gleichkommen würde.
Anstelle pauschaler Kürzungen fordert die Rehavital weniger Bürokratie, einfachere Vertragsstrukturen und eine stärkere Digitalisierung in der Hilfsmittelversorgung.
Die Verbundgruppe appelliert daher an den Gesetzgeber, auf die Einführung einer pauschalen 3-Prozent-Kürzung auf verhandelte Vertragspreise im Hilfsmittelbereich zu verzichten. Stattdessen müsse die Politik differenzierte Steuerungsinstrumente nutzen und nachhaltige Strukturreformen vorantreiben. Die Hilfsmittelleistungserbringer haben dazu bereits umfassende Reformvorschläge vorgelegt, etwa die Einführung eines administrativen Rahmenvertrages.