Aufsichtsratsvorsitzender Detlef Möller fasste zum Auftakt der Digital-Veranstaltung am 25. Juni die Tätigkeiten des Geschäftsjahres 2020 zusammen. Diese waren von erschwerten Arbeitsbedingungen und einer unklaren Planungsbasis durch die Pandemie gezeichnet. Auf politischer Ebene konnte das Branchenbündnis „Wir versorgen Deutschland“ seine Durchsetzungsfähigkeit gegenüber der Politik steigern. „Wir waren noch nie so sichtbar und im Markt so gut vernetzt wie heute“, bekräftigte Detlef Möller.
Rehavital-Geschäftsführer Jens Sellhorn stellte die prognostizierten Einkaufsentwicklungen der einzelnen Bereiche vor. Den stark von COVID-19 geprägten Bereichen Reha und Orthopädietechnik sagte er eine leichte Erholung bis zum Jahresende voraus. Die Medizintechnik stehe derzeit noch vor großen Herausforderungen mit unklarer Tendenz. Eine positivere Entwicklung wird in den Bereichen Homecare und Sanitätshaus erwartet mit einer Steigerung um 4 bis 5%. Zusammenfassend wird für das laufende Jahr mit einer Wachstumsprognose von 4% kalkuliert. Die Prognose für das Jahr 2022 ist nach aktuellem Kenntnisstand mit +8% angesetzt.
Die hohe Dynamik im Hilfsmittelmarkt mache sich in der Veränderung der Vertriebswege bemerkbar. Die Rehavital fokussiere aus diesem Grund die Partnerschaft mit Anbietern digitaler Versorgungslösungen. Dafür werde ein intensiver Austausch mit anderen Marktpartnern betrieben mit dem Ziel, strategische Netzwerke zu knüpfen, die nachhaltig aufgebaut werden können. „Wir werden gemeinsame Wege mit unseren Mitgliedern gehen und auch mit den Wettbewerbern“, so Jens Sellhorn.
Rehavital und CSE reichen sich die Hand
Zum weiteren Vorhaben im Bereich der Digitalisierung tauschten sich Jens Sellhorn, Frank Rosenbach, kaufm. Leiter der Rehavital und verantwortlich für den Bereich Digitalisierung, und Christof Witton, Geschäftsführer des neu gewonnenen IT- Partners CSE, mit den Gesellschafterinnen und Gesellschaftern aus.
Nachdem die Online-Plattform Revidacon mit dem Zentralen Artikelstamm (ZAST) im letzten Jahr gelauncht wurde, steht zum 15. August 2021 die Liveschaltung des VDMS bevor. Das webbasierte Vertragsdokumentenmanagementsystem (kurz VDMS) stellt einen Kostenträgervertrag in digitaler Form dar. Das VDMS fragt verschiedenste vertragsrelevante Informationen ab und überprüft diese automatisiert gegen die einzelnen Institutionskennzeichen (IK) der Mitglieder.
Mit der neu aufgesetzten zentralen Vertragsdatenbank sei zugleich die Voraussetzung geschaffen worden, verschiedenen Akteuren eine offene Schnittstelle zur Anbindung zu ermöglichen. „Mit dem neuen System, VDMS, ist es uns gelungen, strukturiert und zielgerichtet Daten abzufragen und automatisiert zu beantworten, zu verarbeiten und auszuwerten. Das ist die wesentliche Grundlage um weitere Prozesse mitzugestalten und uns zukunftssicher zu vernetzen“, so Christof Witton.
Die ersten Anbindungen sind mit Entlassmanagementplattformen geplant. Mit der Recare Deutschland GmbH hat die Rehavital den ersten Vertrag zur Zusammenarbeit unterzeichnet.
Andere Anbindungsmöglichkeiten seien mit B2C-Plattformen vorstellbar. Die Rehavital plant, in Kürze mit den Adressinformationen ihrer Mitglieder auf diesen Plattformen vertreten zu sein.
Um den Prozess frühzeitig kennenzulernen, wurde auch für das eRezept ein Projekt gestartet. Ziel ist der Aufbau einer auf die Bedürfnisse der Branche gerichteten Infrastruktur. Das Team rund um Christof Witton hat im Apothekenbereich bereits Erfahrungen mit der Umsetzung des eRezeptes sammeln können.
Aufsichtsrat: Harald Fischer verabschiedet
Neben den „klassischen“ Beschlussfassungen fielen auch die Neuwahlen zum Aufsichtsrat sowie zum Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung an. Die bisherigen Mitglieder des Aufsichtsrates haben bis auf eine Ausnahme ihre Bereitschaft zur erneuten Übernahme ihrer Ämter erklärt.
Für Harald Fischer rückt Rahel Weidlich von der Karl Fronhäuser GmbH aus Mainz in den Rehavital-Aufsichtsrat nach. „Veränderungsprozesse begleite ich seit drei Jahren sehr intensiv, dies möchte ich gerne auch außerhalb meiner täglichen Arbeit tun. Als Nicht-Handwerker betrachte ich viele Dinge aus einer anderen Sichtweise und diese Erfahrung möchte ich gerne bei der Rehavital einbringen“, so Rahel Weidlich.
Die Veranstaltung beinhaltete auch einen emotionalen Programmpunkt: die Verabschiedung von Harald Fischer aus dem Aufsichtsrat. Neben seiner Aufsichtsratstätigkeit hatte er außerdem intensiv im Personal- und Prüfungsausschuss mitgewirkt. Nach 20 Jahren beendet Harald Fischer nun seine Amtszeit aus persönlichen Gründen. Sein Wunsch für die zukünftige Entwicklung der Branche: „Es geht nur gemeinsam. Reichen wir uns die Hände und versuchen, nicht verschiedene Wege zu gehen“. Detlef Möller bedankte sich im Namen aller Aufsichtsrat-Kollegen für das Engagement und die vertrauensvolle Zusammenarbeit