logo

Individuellen Weg finden

RehaVital veranstaltete Digitalisierungs-Workshop

RehaVital veranstaltete Digitalisierungs-Workshop

Wie verändert die Digitalisierung die Orthopädietechnik? Die RehaVital setzte sich mit diesem Thema in einem Workshop auseinander.

Die Digitalisierung ist in aller Munde. Auch vor dem Hilfsmittelmarkt macht sie nicht Halt: Gerade bei der Produktion von Orthesen oder Prothesen ist die Digitalisierung auf dem Vormarsch. Die RehaVital Gesundheitsservice GmbH bereitet das Thema daher für ihre Mitglieder auf. Vier Experten stellten in einer Auftaktveranstaltung am 26. September in der Hamburger Zentrale den Stand der Forschung und technische Möglichkeiten vor.

In der Auftaktveranstaltung erhielten 28 Vertreter von Mitgliedsbetrieben einen umfassenden Einblick von der Orthesen-Fertigung mit Scan und 3D-Druck über die Chancen und Risiken internationaler Zusammenarbeit mit technischen Datenbanken bis hin zu den Möglichkeiten einer Kooperation zwischen Hochschulen und Handwerksbetrieben. Moderiert wurde das Treffen von den Aufsichtsratsmitgliedern Alexander Pohl (Häussler Medizin- und Rehatechnik) und Harald Fischer (Gesundheitshaus Fuchs & Möller).

Steffen Matyssek (Häussler Technische Orthopädie, Hochschule Ulm, Forschungsgruppe Biomechatronik) führte in die digitalen Prozessketten in der Orthopädietechnik ein.

Dr. med. Urs Schneider (Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Abteilungsleiter Biomechatronische Systeme) widmete sich der Digitalisierung in der Medizintechnik und dem 3D-Druck. An der Digitalisierung führe kein Weg vorbei, ist der Fachmann überzeugt. Sie verändere die orthopädische Produktionslandschaft, die bisher immer noch in der Mehrheit aus dem klassischen, analogen Handwerk besteht, langfristig. Eine pauschale Entscheidung zur digitalen Produktion sei nicht ratsam, sondern müsse individuell für jeden Betrieb erwogen werden. Die Kompetenzen könnten auch mehr im Bereich der Patientenanalyse und der Datenerfassung bzw. -übermittlung liegen, als in der eigentlichen Herstellung des Hilfsmittels.

Welche Möglichkeiten der 3D-Druck in der generativen Versorgung bietet, führte Alexander Hülk (Plus Medica OT) aus. Er erläuterte die Vor- und Nachteile verschiedener 3D-Druck Verfahren, wie die Schmelzschichtung oder Stereolitographie.

Prof. Dr. Felix Capanni (Hochschule Ulm, Forschungsgruppe Biomechatronik) zeigte anhand eines Praxisbeispiels die Möglichkeiten der Forschungs- und Entwicklungskooperation zwischen Hochschulen und Handwerksbetrieben auf.

RehaVital kündigt Unterstützung an

"Die RehaVital wird nach diesem klaren Votum das Thema der Digitalisierung vorantreiben und ihre Mitglieder dabei unterstützen, entsprechendes Know-How aufzubauen und es in ihren Betrieben Schritt für Schritt umzusetzen", betont RehaVital-Geschäftsführer Ralf Kaspar Kemmerling. Aufgabe der Gemeinschaft sei es jetzt, die Mitgliedsbetriebe bei diesen essenziellen Veränderungen aktiv zu begleiten, das nötige Wissen zu generieren und den kollegialen Austausch untereinander zu fördern.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

  • RehaVital zieht erste Jahresbilanz
  • RehaVital bietet Rechtsschutzpool für Mitglieder
  • RehaVital führt Adipositas-Versorgungskonzept ein
Tobias Kurtz / 27.10.2017 - 09:56 Uhr

© Sternefeld Medien GmbH