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RehaVital warnt vor Engpass bei Sauerstoffkonzentratoren

RehaVital warnt vor Engpass bei Sauerstoffkonzentratoren Ole Gustafsson (Foto: RehaVital)

Die RehaVital befürchtet eine Unterversorgung von ambulanten Sauerstoffpatienten wegen fehlender Sauerstoffkonzentratoren. Eine ARGE entwickelt mögliche Überbrückungsstrategien.

Nachdem die RehaVital Ende 2020 über drohende Lieferengpässe bei Beatmungszubehör informiert hatte, soll sich jetzt die Versorgungssituation bei stationären Sauerstoffkonzentratoren anspannen. Verschiedene Krankenkassen hätten laut einer Mitteilung der Leistungserbringergruppe bereits Kontakt mit ihren Vertragspartnern aufgenommen, um zu erfragen, wie viele Sauerstoffkonzentratoren diese derzeit auf Lager haben.

Die Lage sei bei vielen RehaVital-Mitgliedern angespannt. Mit ihrer momentanen Lagerkapazität und längeren Lieferzeiten von Seiten der Hersteller sei die Versorgung mit Sauerstoffkonzentratoren zwar noch gesichert. Dies sei aber auch davon abhängig, inwieweit der jeweilige Leistungsträger finanziell in der Lage ist, seine Lagerkapazität zu erhöhen und ausreichend Geräte vorzuhalten. Insgesamt müsse die RehaVital mit einem Engpass in der Versorgung an Neuware, Ersatzteilen und Zubehör rechnen.

Die RehaVital habe deshalb bereits Kontakt mit Medizintechnik-Herstellern aus der Sauerstoffversorgung aufgenommen, um in einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) gemeinsam an einer Überbrückungsstrategie zu arbeiten, die die Versorgung der ambulanten Sauerstoffpatienten sicherstellen soll. Auch Verbände, wie Spectaris und der BVMed, wurden angesprochen und über den drohenden Versorgungsengpass sowie die mit den Herstellern erarbeitete Lösungsstrategie engmaschig informiert.

Flüssigsauerstoff zur Überbrückung?

Ein erster Lösungsvorschlag sieht bei einer Unterversorgung im Bereich der Sauerstoffversorgung den temporären Ersatz der Sauerstoffkonzentratoren durch Flüssigsauerstoff vor. Die Umstellung auf LOX (Liquid Oxygen) soll im ersten Schritt an teilweise mobile Patienten erfolgen, die mit der Handhabung gut umgehen können. Der Patient soll dabei über einen Zeitraum von ca. drei Monaten mit LOX versorgt werden, danach erfolgt eine Neubewertung der Lage mit der Option einer Versorgung um drei weitere Monate. Sollte dies nicht die gewünschte Entlastung der Kapazitäten von Sauerstoffkonzentratoren zur Folge haben, sieht die Strategie im zweiten Schritt auch die Umstellung der Versorgung von weniger mobilen Sauerstoffpatienten vor. „Wir hoffen aber, dass es dazu nicht kommen muss und die Lage sich schon vorher entspannt“, nimmt Ole Gustafsson, Bereichsleiter Vertrieb und Krankenkassenmanagement der RehaVital, Stellung. „Die Versorgung mit Flüssigsauerstoff ist, neben dem stationären Sauerstoffkonzentrator, eine andere Form der notwendigen Sauerstoffversorgung und richtet sich vorwiegend an mobile Patienten. Unserer Meinung nach bedarf es in jedem Fall dringend einer abgestimmten Strategie, was zu welchem Zeitpunkt geschehen kann und muss, um die Versorgung aller außerklinischen Sauerstoffpatienten weiterhin sicherzustellen, damit es nicht zu einer Unterversorgung kommt.“

Die ARGE werde aktiv auf die Krankenkassen zugehen, um ihnen den Lösungsvorschlag vorzustellen und abzustimmen, inwieweit diese bereit sind, die temporäre Alternativversorgung im Ernstfall mitzutragen. In ersten Reaktionen stünden die Krankenkassen dem zeitweisen Einsatz von Flüssigsauerstoff generell positiv gegenüber.

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Tobias Kurtz / 08.02.2021 - 09:44 Uhr

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