Am 30. Oktober 2021 hat Juzo zum 8. Mal das Narbensymposium in Dresden veranstaltet. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. med. Bernd Hartmann (Berlin), Univ.-Prof. Dr. med. habil. Adrian Dragu (Dresden), und Univ.-Prof. Dr. med. Frank Siemers (Halle), lag der Fokus auf vier Themenkomplexen: Hand, Amputationen und prothetische Versorgung, Lipödem aus Sicht der Plastischen Chirurgie und Adipositas. Rund 100 Teilnehmende vor Ort und weitere 100 Registrierte für die Online-Formate (Livestream und Mediathek) nahmen das Programm wahr.
Prof. Dr. med. Frank Unglaub (Bad Rappenau) erläuterte zum Einstieg die evolutionsbiologische Entwicklung der Hand hin zur beweglicheren, aber instabileren 5-Strahlen-Hand, die den Kraft- und Präzisionsgriff ermöglicht. Arten mit langem, kräftigem und gut beweglichem Daumen hätten sich durchgesetzt, seien aber auch verantwortlich für die Entwicklung der Rhizarthrose zu einer der häufigsten Erkrankungen der Hand. Unglaub empfahl einen sparsameren Umgang mit dem Smartphone. Erste Studien zeigten negative Folgen und ließen in rund 20 Jahren mehr Patienten mit Rhizarthrose erwarten.
Rekonstruktive Chirurgie
Mit rekonstruktiver Chirurgie im Kindesalter aufgrund von Handfehlbildungen beschäftigte sich Anne Reiß (Hamburg). Ein bis zwei Prozent der Neugeborenen hätten Handfehlbildungen. Am häufigsten seien unterbliebene Trennungen der Finger sowie Doppelungen. Bei guter Funktion müsse nicht operiert werden. Prinzipien der Behandlung seien Stabilisierung, Weitung, Verschmälerung, Achskorrektur und Weichteilvermehrung.
Rekonstruktive Chirurgie nach Trauma beleuchtete Dr. med. Florian Bönke (Dresden). Wichtig sei, dass die rekonstruktive Balance eingehalten werde: die Morbidität im Spendergebiet müsse mit dem Benefit im Empfängergebiet abgeglichen werden.
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