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Cheftagung in Hamburg

Sanitätshaus Aktuell AG will Digitalisierung vorantreiben

Sanitätshaus Aktuell AG will Digitalisierung vorantreiben

Die Sanitätshaus Aktuell AG hat sich auf ihrer Cheftagung am 7. März in Hamburg mit den Herausforderungen der Digitalisierung auseinandergesetzt.

"Digitalisierung ist Chefsache." In seiner Begrüßung gab Boris Pichler, Aufsichtsratsvorsitzender der Sanitätshaus Aktuell AG, die Marschrichtung für die Partner und Franchise-Nehmer vor. "Digitalisierung ist keine Einbahnstraße von der Zentrale aus. Sie sind gefordert." Aber die Zentrale in Vettelschoß will mit gutem Beispiel vorangehen. Zum 1. März hat Michael Haas seine Tätigkeit als Finanzvorstand aufgenommen. Dabei gehört auch die Digitalisierung zu seinem Verantwortungsbereich.

Ben Bake, Vorstandsvorsitzender der Sanitätshaus Aktuell AG, fasste die aktuelle Marktsituation und die daraus resultierenden Herausforderungen zusammen. Die vorhandene regionale Vernetzung der Mitglieder wertete er als "die große Stärke". Risiken und Spannungsfelder erkennt er unter anderem in der Finanzstruktur des Gesundheitssystems, Verträgen und Ausschreibungen sowie im Internet.

Das Ziel der Digitalisierung sei eine Effektivitäts- sowie eine Effizienzsteigerung. Ansonsten entpuppe diese sich als Worthülse und Selbstzweck. Bake zeigte auf, wie Digitalisierung in verschiedenen Bereichen konkret aussehen kann. Interaktive Schaufenster, Instore-TV oder digitale Kundenstopper bieten den Kunden Mehrwert auf der stationären Fläche. Im Internet hob Bake "Google My Business" hervor. Der kostenlose Service der Suchmaschine sei "als Tool nicht wegzudenken". Alle Sani Aktuell-Mitglieder sollen sich ihren Auftritt einrichten. "Und wenn Sie es nicht machen, machen wir es für sie", stellte Bake klar.

Digitalisierung bedeutet Kulturwandel

Prof. Dr. Andréa Belliger, Leiterin des Instituts für Kommunikation & Führung (IKF) in Luzern, und Prof. Dr. Dietmar Wolff, Vizepräsident der Hochschule Hof, verdeutlichten den umgreifenden Umwälzungen, die mit dem digitalen Wandel einhergehen. Das Wertesystem verändert sich, Führungs- und Organisationsstrukturen werden in Frage gestellt, so Belliger. Wolff pflichtete bei, dass Digitalisierung mehr heißt als Breitband-Ausbau. Sein Rat: Bevor Sanitätshäuser in die Digitalisierung einsteigen, sollten sie ihre Geschäftsprozesse analysieren und sauber halten.

Damit sprach er Dietmar Zimmer, Prokurist der Sanitätshaus Aktuell AG, aus der Seele. Er zeigte auf, in welchen Bereichen die Zentrale ihre Prozesse seit 2009 kontinuierlich verbessert und konkret Geld gespart habe. Die Effizienzsteigerung in den Betrieben beginne mit einer Struktrurverschlankung in der Buchhaltungs- und in der Branchensoftware. Die Artikelstammdaten im Ein- und Verkauf müssten in Ordnung gebracht werden. Das gehe nicht von heute auf morgen: "Planen Sie dafür zwölf bis 24 Monate ein." Zimmer warb außerdem für das Online-Bestellportal anstelle einer web-basierten Vorgehensweise. So ließen sich Medienbrüche und damit Fehler vermeiden. Abschließend wiederholte er seine im Jahr 2015 formulierte Vision für 2020: das papierarme, effiziente integriert arbeitende Franchise-System mit optimierten Prozessen vom Kunden über die Mitglieder die Zentrale, die Lieferanten, Kostenträger und zurück. "Das wird eng, ist aber richtig."

RSR-Geschäftsführer Thomas Piel setzte sich mit möglichen Auswirkungen der Digitalisierung bei Krankenkassen, Kliniken und Ärzten für den Sanitätsfachhandel auseinander. So werde das Vertragsgeschäft u.a. durch das Barmer Online Business (BOB) digitalisiert. Die Barmer plane zudem ein Partner-Suchsystem auf Basis der IK- und Präqualifizierungsnummer. Wenn das nicht sauber gepflegt werde, drohten Absetzungen. Außerdem müssten die Aktivitäten der Kliniken beobachtet werden: Im Zuge des Entlassmanagements bauten sie Hilfsmittelbereiche in eigenständigen Firmen auf.

Einen ausführlichen Bericht über die Cheftagung lesen Sie in der April-Ausgabe von GesundheitsProfi.

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