In seinem ersten Live-Videotalk am 27. Februar forderte das Bündnis „Wir versorgen Deutschland“ (WvD) die Gesundheitspolitik dazu auf, ungeklärte Fragen zu aktuell drängenden Themen zu beantworten. Auf der Agenda standen folgende Themen: Kostenübernahme persönlicher Schutzausrüstung (PSA), Corona-Schnelltests, Verlängerung des Maximalbetrags für Pflegehilfsmittel sowie gestiegene Containerkosten und bundesweite Leitverträge. Den Fragen des Bündnisses und des Live-Publikums stellte sich Dr. Roy Kühne, Bundestagsabgeordneter (MdB), Ausschuss für Gesundheit und zuständiger Berichterstatter für Hilfsmittel der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Im Live-Videotalk sei der Finger in die Wunden der derzeitigen gesundheitspolitischen Maßnahmen gelegt worden. Darüber sind sich die Partner von „Wir versorgen Deutschland“ (Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT), EGROH, Reha-Service-Ring, RehaVital und Sanitätshaus Aktuell) laut einer gemeinsamen Erklärung einig. Bisher glichen Sanitätshäuser und orthopädietechnische Betriebe Versäumnisse der Krankenkassen und Politik aus. Dies sei selbstverständlich keine Dauerlösung, so das Bündnis.
Die Stimmung unter den mehr als 100 Teilnehmern gab dem Bündnis in seinen Forderungen nach verbindlichen Regelungen für die Hilfsmittelbranche Recht. Auf die Frage, ob Deutschland für künftige pandemische Gefahren nach einem Jahr Corona besser aufgestellt sei, forderten 90 Prozent, dass weitere politische Maßnahmen getroffen werden müssten. Roy Kühne zeigte sich bestens über die Problemlagen der Hilfsmittelversorgung informiert und forderte das Fach auf, deutlicher Position zu beziehen. Man könne nicht von jedem Politiker erwarten, so tief in den Prozessen und Problemkreisen informiert zu sein. Kühne sicherte dem Bündnis seine Unterstützung zu, um schnell gemeinsame Lösung zu finden – forderte aber auch die entsprechende Transparenz und Bereitschaft, sich in den politischen Prozess aktiv einzubringen.
PSA: Kühne bietet runden Tisch an
Besonderes angeregt wurde über das Thema PSA diskutiert. Man könne zwar auf Grundlage des GPVG (Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz) mit den Krankenkassen verhandeln – „aber wir wissen alle, wie das ausgegangen ist“, so Kühne. Er verwies damit auf die Blockadehaltung der Krankenkassen, die Kosten für den pandemiebedingten Mehraufwand an PSA zu übernehmen. Kühne (MdB) machte deutlich: Die Gesundheitspolitik wolle diesen schwammigen Zustand nicht länger tolerieren und bot dem Bündnis an, einen runden Tisch mit Vertreterinnen und Vertretern der Krankenkassen einzuberufen.
Insbesondere forderte das Bündnis, die Expertise des Faches auch systemisch endlich zu berücksichtigen. Viel zu oft würden fachliche Stellungnahmen und Anhörungen der Verbände seitens der Selbstverwaltung zwar formal berücksichtigt aber nach dem Motto „Gelesen, gelacht, gelocht und abgeheftet“ behandelt. Hier sei in Zukunft ein ernsthafter und verbindlicher Einbezug der Expertise zu regeln – beispielsweise durch einen festen Sitz im G-BA.
Für das Bündnis WvD heißt es: Der Druck muss auf Bundes- und Landesebene weiter erhöht werden. Im diesjährigen Wahlkampf muss die Branche ihre Chance ergreifen, sich und damit die Anliegen der Leistungserbringer in den politischen Diskurs einzubringen.