Nach der Verabschiedung des GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetzes wenden sich die Selbsthilfe Stoma-Welt e.V. und die Inkontinenz Selbsthilfe e.V. mit einem eindringlichen Appell an die Politik. Die beiden Organisationen fordern, bei der praktischen Umsetzung des Gesetzes die Gesundheits- und Versorgungsrisiken für Menschen mit einem Stoma oder mit Blasenentleerungsstörungen nicht aus dem Blick zu verlieren.
„Für viele Betroffene ist die Verabschiedung des Gesetzes mit großer Unsicherheit verbunden. Wer Tag für Tag auf Stomaprodukte, Katheter oder andere medizinische Hilfsmittel angewiesen ist, macht sich Sorgen, ob die bisherige individuelle Versorgung auch in Zukunft erhalten bleibt. Diese Sorgen müssen ernst genommen werden”, erklären Christian Limpert, Vorsitzender der Selbsthilfe Stoma-Welt e.V., und Matthias Zeisberger, Vorsitzender der Inkontinenz Selbsthilfe e.V.
Die inzwischen beendete Petition „Kein Sparen auf Kosten unserer Lebensqualität!” hatte breite Unterstützung erfahren – unter anderem von der Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz, Wunde (FgSKW), der Initiative Faktor Lebensqualität des BVMed sowie weiteren Organisationen wie der Deutschen ILCO e.V., der Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten e.V. und der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V. Im Kern warnten die Unterzeichner vor Preisdumping und Standardversorgungen, die die Versorgungsqualität und Gesundheit von GKV-Patienten gefährden würden.
Petition als klarer Handlungsauftrag
„Dass mehr als 4.000 Menschen unsere Petition unterstützt haben, zeigt deutlich, wie groß die Verunsicherung ist. Hinter jeder Unterschrift steht ein Mensch, der auf eine sichere, zuverlässige und bedarfsgerechte Versorgung angewiesen ist. Diese Stimmen dürfen jetzt nicht überhört werden”, so Limpert und Zeisberger.
Trotz der erfolgten Gesetzgebung sehen sich die Verbände weiter in der Pflicht: „Auch wenn das Gesetz nun beschlossen wurde, bleibt unser Auftrag bestehen. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Qualität der Versorgung, die Wahlfreiheit der Betroffenen und ihre Lebensqualität im Mittelpunkt aller weiteren Entscheidungen stehen. Die Politik sollte die mit der Petition geäußerten Sorgen und Erfahrungen der Betroffenen als klaren Handlungsauftrag verstehen.”