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Hilfsmittelverzeichnis

So bewertet BEO die Fortschreibungen des Hilfsmittelverzeichnisses

Der GKV-Spitzenverband aktualisiert das Hilfsmittelverzeichnis. Das Beratungsunternehmen BEO MedConsulting kommentiert in seinem Newsletter die jüngsten Entwicklungen.

Im Februar ist die Fortschreibung der PG 33 „Toilettenhilfen“ des Hilfsmittelverzeichnisses veröffentlicht worden. Als Neuerung hebt BEO MedConsulting die Erhöhung der Sitzposition um 50 mm (bisher 80 mm) bei den Toilettensitzerhöhungen hervor. „Dies mag für Hersteller in diesem Bereich Anlass genug sein, neue Produkte registrieren zu lassen oder eventuell zu versuchen, bestehende Einträge durch die neue Mindesthöhe zu ergänzen“, teilt BEO auf seiner Website mit.

Den Gesundheitssystem-Experten von BEO fällt zudem die unterschiedliche Berücksichtigung von EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) und Medizinproduktegesetz (MPG) auf. So ist u.a. für „Brustprothesen“ (PG 37) eine eigene Produktgruppe geschaffen worden. Hinsichtlich der Funktionstauglichkeit- und Sicherheitsanforderungen wird bereits die neue MDR berücksichtigt. Das MPG wird in den Anforderungen nicht mehr erwähnt. Dies passiere bei den Fortschreibungen bestehender Produktgruppen bisher nicht. Da wird für Funktionstauglichkeit und Sicherheit weiterhin auf MPG und Medizinprodukte-Richtlinie verwiesen. Dieser Umstand lässt laut BEO darauf schließen, „dass spätestens im nächsten Jahr alle bestehenden Produktgruppen erneut fortgeschrieben werden, um diesen Sachverhalt zu ändern“. Ab 26. Mai 2020 ist die Medizinprodukte-Richtlinie nicht mehr gültig.

Interessant sei in diesem Zusammenhang auch, dass bei neuen Produktgruppen in erster Linie auf die MDR verwiesen wird. Andere europäische Richtlinien blieben dagegen außen vor. Für Hersteller könnte dies einen erhöhten Aufwand nach sich ziehen, wenn ein Produkt, das kein Medizinprodukt ist, im HMV aufgenommen werden soll. Dann müssen eventuell separate Nachweise für Funktionstauglichkeit und Sicherheit eingereicht werden.

Hilfsmittelverzeichnis: PG 31 nimmt Diabetiker-Schuhe auf

Aktuell in der Anbahnung der Fortschreibung befänden sich die PG 11 „Hilfsmittel gegen Dekubitus“ und die PG 31 „Schuhe“. Dort könnten „nun endlich“ auch Anforderungen für Diabetikerschuhe erwartet werden. Die PG 11 ist schon seit Jahren in der Diskussion. Diese dreht sich besonders um die Verbindung von Produkt und deren Indikationsbereich (Dekubitusgrad). Das Problem, dass viele Produkte nicht geeignet sind für den Einsatz beim angegebenen Dekubitusgrad des Patienten und dennoch entsprechend im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sind, soll durch die Fortschreibung gelöst werden. Ob diese „Herkulesaufgabe“ bewältigt wird, bleibt laut BEO abzuwarten. „Doch glaubt man den Gerüchten, sollen zumindest die gelisteten Auflagen zukünftig nicht mehr im HMV zu finden sein.“

Bei der PG 31 wird mit der Berücksichtigung der Schuhe für Diabetiker im HMV eine Lücke geschlossen. Obwohl bereits einige Hersteller ihre Diabetiker-Produkte in der PG 31 gelistet haben, fehlten nach wie vor offizielle Anforderungen, welche Nachweise erbracht werden müssen, um diese Schuhart aufnehmen zu lassen. Die Hersteller können laut BEO davon ausgehen, dass neben den üblichen Nachweisen auch ein umfangreicher Nachweis des medizinischen Nutzens (Anwenderbeobachtung) eingereicht werden muss. „Wir dürfen noch neugierig bleiben, wie die Schuhe darüber hinaus, nach Ansicht des GKV Spitzenverbands, konstruktiv aufgebaut sein müssen.“

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Tobias Kurtz / 21.06.2018 - 10:45 Uhr

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