Die Gespräche werden sich rund um die drei wichtigsten Teile des Abkommens drehen: Marktzugang, Zusammenarbeit in Regulierungsfragen und Vorschriften. Auch die Bereiche Investitionsschutz und Investor-Staat-Schiedsgerichtbarkeit sollen erörtert werden. Beide Seiten haben ihre Absicht bekräftigt, noch in diesem Jahr den Abschluss der Verhandlungen erreichen zu wollen.
Die Zeit dafür könnte aber knapp werden – vor allem angesichts der immer näher rückenden US-Wahlen, so Spectaris. Da es sich um die letzte Amtszeit von Präsident Barack Obama handelt, sei ungewiss, wann die neue US-Regierung die TTIP-Verhandlungen wieder aufnehmen werde. Die EU stehe besonders unter Druck. Nachdem Ende letzten Jahres der Abschluss der Verhandlungen der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) zwischen den USA und anderen Pazifikanrainerstaaten besiegelt wurde, müsse Europa dafür sorgen, nicht den Anschluss zu verlieren.
Aufgrund dieser Umstände werde mittlerweile in Erwägung gezogen, dass beide Seiten sich auf ein so genanntes "TTIP Light" einigen sollen. Dabei soll das Abkommen lediglich ein paar Hauptbereiche abdecken (z.B. Zollsenkungen), bei denen sich beide Seiten schnell einigen könnten.
Spectaris vertritt die Auffassung, dass dies keine befriedigende Lösung darstellen würde. Noch immer gebe es Handelsbarrieren. Vor allem nicht-tarifäre Handelshemmnisse – wie doppelte Marktzugangsverfahren oder unterschiedliche Normen und Standards – führten zu einem erheblichen Kosten- und Mehraufwand führen und belasteten kleine und mittelständische Unternehmen. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass ein "TTIP Light" im Stande wäre, die bestehenden Handelshürden abzubauen und somit den Erwartungen der Unternehmen zu genügen. "Europa und die USA sind auf eine starke und zukunftsgerichtete Partnerschaft angewiesen. Aus diesem Grund sprechen wir uns weiterhin für ein ambitioniertes transatlantisches Handelsabkommen aus", so Tobias Weiler, Geschäftsführer von Spectaris.