Insgesamt werden mehr als 230.000 Rollstühle und Scooter im Jahr abgesetzt, schätzt der Verband. Rund 40 Prozent entfallen davon inzwischen auf Standard-Leichtgewicht-Rollstühle. Aktivrollstühle verzeichneten in den vergangenen Jahren ein hohes, teilweise zweistelliges Mengenwachstum. Ihr Anteil am Gesamtabsatz liege inzwischen bei rund 8 Prozent.
Spectaris beklagt Kostendruck
Trotz dieser Entwicklung warnt der Verband: "Vor dem Hintergrund des stetig steigenden Kostendrucks im deutschen Gesundheitswesen bangen etliche Unternehmen um ihre Zukunft, Innovationen gelangen immer schwieriger in den Markt", sagt Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris. Viele Unternehmen würden die Ausschreibungspolitik der Krankenkassen bemängeln, die meist nur noch über den Preis ginge und somit mittel- bis langfristig die Versorgung der Patienten mit den bestmöglichen Rollstühlen gefährden könnte.
Verstärkt setzten die Firmen auf das Auslandsgeschäft, doch auch dort sei die Lage aktuell durchwachsen. Zwischen 80 bis 90 Prozent der Ausfuhren gingen in die Länder der Europäischen Union und des restlichen Europas. Während im 1. Halbjahr die Exporte von Rollstühlen und anderen Fahrzeugen für Behinderte ohne Vorrichtung zur mechanischen Fortbewegung wertmäßig im Vorjahresvergleich um rund 10 Prozent auf 28,5 Mio. Euro zulegen konnten, sanken die Ausfuhren von Modellen mit Motor oder anderer Vorrichtung zur mechanischen Fortbewegung um rund 2 Prozent auf einen Wert von 25,8 Mio. Euro.
Ein Großteil der in Deutschland verkauften Rollstühle stammt aus heimischer Fertigung. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes produzieren hier sieben Unternehmen jährlich rund 75.500 Rollstühle und Krankenfahrzeuge ohne Motor im Wert von etwas mehr als 63 Mio. Euro sowie neun Hersteller knapp 35.000 motorisierte Modelle im Wert von 67 Mio. Euro. Hinzu kommen Teile und Zubehör im Wert von 95 Mio. Euro.