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Spectaris: Konjunkturschwäche und Investitionsstau belasten Medizintechnik

Spectaris: Konjunkturschwäche und Investitionsstau belasten Medizintechnik

Der Industrieverband Spectaris prognostiziert für die deutschen Medizintechnikindustrie ein Umsatzplus von 1,6 Prozent in 2014. Im Jahr 2013 lag der Zuwachs bei mehr als 2 Prozent.

Damit läge der Gesamtumsatz der rund 1.200 Hersteller in 2014 erstmalig über 25 Mrd. Euro. Nach Angaben von Spectaris anlässlich der Medizintechnikmesse Medica hat insbesondere eine Abschwächung in der zweiten Jahreshälfte die Branche spürbar belastet. Demnach wird der Inlandsumsatz um 1,3 Prozent zulegen und einen Wert von 7,96 Mrd. Euro erreichen. Für das internationale Geschäft wird ein Plus von 1,8 Prozent erwartet. Der Auslandsumsatz läge damit bei 17,06 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich eine nahezu unveränderte Exportquote von knapp 68 Prozent.

Spectaris: Medizintechnik skeptisch für 2015

Auf das Jahr 2015 schauen die Unternehmen mit gemischten Gefühlen: Während mittelfristig mit einer Rückkehr zum Wachstumspfad, insbesondere durch positive Impulse aus dem Exportgeschäft, gerechnet wird, erwarten die Firmen für das kommende Jahr noch keine deutliche Verbesserung. Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei Spectaris, bewertet das aktuelle Umfeld als eher schwierig: "Aufgrund eines Investitionsstaus in den deutschen Krankenhäusern sowie niedriger Erstattungspreise stagniert das Inlandsgeschäft bereits seit Jahren. Oftmals fehlt es an Geld, aber nicht selten auch am Willen, für Neuanschaffungen, die auch den Patienten zu Gute kommen würden. Stattdessen investiert man bevorzugt in Wartung und Reparatur so lange es geht."

Auch das Auslandsgeschäft zeigt sich aktuell nur bedingt erfreulich. Kuhlmann: "In den vergangenen Jahren konnten steigende Exporte nach Asien und Osteuropa das insgesamt schwache konjunkturelle Umfeld in Europa weitgehend ausgleichen. Angesichts einer Verlangsamung des Marktwachstums in China und eines immer schwierigeren Russlandgeschäftes fehlen diese Impulse derzeit." So lagen laut Statistischem Bundesamt die deutschen Medizintechnikexporte nach China im ersten Halbjahr 2014 um 9 Prozent, nach Russland sogar um fast 35 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Hemmend auf die Wachstumsdynamik könnten sich zudem die Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Zuge der neuen europäischen Medizinprodukteverordnung sowie durch das geplante Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Versorgungsstärkungsgesetz) auswirken. Sowohl zusätzliche bürokratische Hindernisse bei der Zulassung von Medizinprodukten, wie im Rahmen der europäischen Medizinprodukteverordnung diskutiert, als auch die im Rahmen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vorgesehene zusätzliche Nutzenbewertung für höherklassige Medizinprodukte würden den Innovationsprozess verlangsamen und verteuern.

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Tobias Kurtz / 12.11.2014 - 15:48 Uhr

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