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„Wirtschaftspolitische Spannungen“

Spectaris schraubt Prognose runter

Spectaris schraubt Prognose runter Spectaris-Vorsitzender Josef May (Foto: Spectaris)

Der Industrieverband Spectaris ist skeptisch, seine Wirtschaftsprognose für 2019 erreichen zu können. Das gilt auch für die Medizintechnik.

„Vor dem Hintergrund der zunehmenden wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen den USA und China und der konjunkturellen Eintrübung der Weltwirtschaft wird es schwerer, unsere bisherigen Wirtschaftsprognosen zu erreichen“, erklärt der Spectaris-Vorsitzende Josef May anlässlich der Mitgliederversammlung des Industrieverbandes am 12. September. Zum Jahresbeginn prognostizierte der Verband für 2019 einen ähnlich hohen Zuwachs wie 2018, also fast 4 Prozent für die Hersteller von Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik. Nun hofft er auf ein leichtes Plus, mindestens aber auf eine schwarze Null.

Gründe für die Eintrübung der Geschäftserwartung nennt Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). „Die exportorientierte deutsche Industrie leidet zunehmend unter der chaotischen Politik in London, Rom und Washington. Die globalen politischen Risiken wirken sich auf den deutschen Außenhandel durch“, betont der diesjährige Keynote-Speaker für den Jahresempfang des Hightech-Industrieverbandes.

Bei einer Exportquote von 64 Prozent spielt das Auslandsgeschäft für die Spectaris-Branchen eine wichtige Rolle. Rund ein Viertel der Exporte gehen in die Hauptmärkte USA und China. Konsequenzen aus dem Handelskonflikt beider Länder seien daher zu erwarten Aber: „Die Unternehmen der Industrie für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik sind innovativ, wettbewerbsfähig und bedienen viele Zukunftsmärkte. Daher sind unsere Branchen in der Regel krisenresistenter als andere“, gibt sich May leicht optimistisch.

Spectaris: Indikatoren weisen nach unten

Der Verband blickt derzeit mit Spannung auf Trendindikatoren, die auf eine mögliche Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik in den Spectaris-Branchen insbesondere in der zweiten Jahreshälfte hindeuteten. So lag der entsprechende Wert des amtlichen Produktionsindex des Statistischen Bundesamtes im ersten Halbjahr 2019 lediglich unverändert auf dem Vorjahresniveau. Im gleichen Zeitraum 2018 konnte noch ein Plus von 4 Prozent verzeichnet werden. Grund dafür war ein Rückgang im Berichtsmonat Juni um 11 Prozent, der nicht alleine durch eine geringere Anzahl von Arbeitstagen zu erklären ist. Daneben zeigen die relevanten Geschäftsklimaindices des ifo-Instituts eine starke Verschlechterung.

May stellt klar: „Sollte sich die Konjunktur weiter verschlechtern, wird das auch nicht spurlos an unseren Branchen vorbeigehen. Die Umsatzschwankungen in der Augenoptik und Medizintechnik sind dabei in vergleichbaren früheren Situationen eher schwächer ausgefallen und zeitverzögert aufgetreten als etwa in der Photonik oder Analysentechnik. Aber alle Branchen haben sich dadurch ausgezeichnet, dass sie bei Krisen schnell auf den Wachstumspfad zurückgekehrt sind.“

Die Medizintechnik profitiert laut Verband vom Megatrend Gesundheit und von Investitionen vieler Schwellenländer in den Ausbau ihrer Gesundheitsversorgung. 2018 konnte die Industrie mit ihren 143.000 Beschäftigten erstmals die Marke von 30 Mrd. Euro überschreiten.

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