Mehr als 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Medizintechnik-Industrie, Bundeswehr, Hilfsorganisationen, Verbänden und weiteren sicherheitsrelevanten Institutionen kamen am 11. März bei Karl Storz in Berlin zur Sitzung der gemeinsamen Arbeitsgruppe „Verteidigung, Zivil- und Katastrophenschutz“ (AG VZK) von German Health Alliance (GHA) und Spectaris zusammen. Ziel des Treffens war es, die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Politik und Anwendern zu stärken und die Rolle der Medizintechnik in der nationalen Resilienzvorsorge zu diskutieren.
Im Mittelpunkt standen Impulse aus Bundeswehr, Bevölkerungsschutz und Beschaffung. Oberst i. G. Armin Schaus vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr ordnete in seinem Eröffnungsvortrag den „Operationsplan Deutschland“ als gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe ein. Hermann Gröhe, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), beleuchtete die Rolle des DRK im Bevölkerungsschutz sowie die Bedeutung belastbarer Partnerschaften zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Zudem diskutierte Oberstapotheker Dr. Ullrich Kindling, Gruppenleiter im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), mit den Teilnehmenden über krisenfeste und zugleich praxistaugliche Beschaffungsprozesse für den Sanitätsdienst.
Whitepaper mit Handlungsempfehlungen
Im Rahmen der Sitzung verabschiedete die AG VZK ein gemeinsames Whitepaper von GHA und Spectaris mit dem Titel „Der Beitrag der Medizintechnik zur Stärkung der Resilienz der Gesundheitsversorgung“. Darin wird Gesundheit als sicherheitsrelevantes Politikfeld eingeordnet und eine stärkere strategische Verankerung in Gesetzgebung, Beschaffung, Planung, Digitalisierung und Ausbildung gefordert.
Medizintechnik wird in dem Papier als zentraler Baustein für robuste und skalierbare Versorgungsstrukturen beschrieben – sowohl im zivilen Alltag als auch im Krisen-, Katastrophen- oder Verteidigungsfall. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen unter anderem beschleunigte und krisenfeste Vergabeverfahren, eine stärkere Einbindung der Industrie in Planungs- und Übungsformate sowie die gezielte Förderung von Dual-Use-Lösungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung und der Cyber-Resilienz medizinischer Infrastrukturen, damit Systeme, Datenflüsse und Kommunikationsstrukturen auch bei Cyberangriffen oder großflächigen Störungen stabil bleiben.
Die Arbeitsgruppe versteht sich dabei als umsetzungsorientierte Plattform, die politische Zielsetzungen in konkrete technische, organisatorische und logistische Lösungen überführen will. Einen weiteren Diskussionsrahmen soll die zweitägige German Health Resilience Conference im Rahmen der MEDICA 2026 bieten, auf der das Thema Gesundheitsresilienz weiter vertieft werden soll.