„Eine Unterversorgung hat nicht nur einen höheren Pflegeaufwand zur Folge, sondern führt auch zu einer stärkeren Belastung der Pflegenden und der Pflegekräfte“, mahnt Marcus Kuhlmann, Leiter des Spectaris-Fachverbandes Medizintechnik, in einer Verbandsmitteilung. In Deutschland sind knapp 2,9 Millionen Menschen pflegebedürftig, ein Großteil ist früher oder später auf ein Pflegebett angewiesen – Tendenz steigend.
„Der seit Jahren bestehende Investitionsstau in vielen Pflegeeinrichtungen führt dazu, dass zum Teil sehr alte oder relativ einfache Pflegebetten zum Einsatz kommen. Moderne Bettensysteme sucht man oft vergebens“, führt Kuhlmann aus. Dabei böten die modernen Systeme viele Vorteile. Denn auch wenn die Anschaffungskosten höher seien als für ein einfaches Standardbett, rechne sich diese Investition nicht nur für die zu pflegende Person, die Pflegeeinrichtung und die Pflegekräfte. „Bei langfristiger Betrachtung werden auch die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten für das Gesundheitswesen deutlich niedriger ausfallen, denn es entfallen Folgekosten durch verzögerte, schlecht organisierte und qualitativ minderwertige Versorgungen“, betont Kuhlmann.
Die von Union und SPD geplante Schaffung von 8.000 neuen Fachkraftstellen in Pflegeinrichtungen für die medizinische Behandlungspflege sei zwar ein richtiger Schritt, aber „nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, wie Kuhlmann betont. Weitere Maßnahmen seien unabdingbar. „In der aktuellen Diskussion spielt das unterstützende Pflegebett so gut wie keine Rolle. Dieser Umstand ist einfach absurd“, sagt Kuhlmann. Denn gerade vor dem Hintergrund des massiven Mangels an Pflegekräften und der daraus resultierenden oft hohen physischen wie psychischen Belastung können multifunktionale Betten die Pflegenden unterstützen und so den Pflegeaufwand reduzieren. Kuhlmann: „Die Pflegekraft könnte sich so wieder der eigentlichen Arbeit widmen.“