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Coronakrise: Matchmaking-Plattform

Spectaris will Hilfsangebote mit Bedarf verknüpfen

Spectaris will Hilfsangebote mit Bedarf verknüpfen Dr. Martin Leonhard, Vorsitzender Medizintechnik bei Spectaris. (Foto: Spectaris)

Der Industrieverband Spectaris und seine Mitglieder wollen Angebote der Medizin- und Labortechnik-Branche mit dem aktuellen Bedarf verknüpfen.

Bei einer Abfrage unter den Mitgliedern meldeten sich 45 Hersteller mit Unterstützungsangeboten für dringend benötigte Labor- und Medizinprodukte zurück. „Die Rückmeldungen machen Hoffnung, aber die zusätzlichen Kapazitäten für die Versorgung von sehr vielen Corona-Patienten sind noch nicht ausreichend. Wir brauchen weitere Hersteller, die benötigte Geräte und Ausrüstungen ins Gesundheitssystem liefern können“, betont Dr. Martin Leonhard, Vorsitzender Medizintechnik bei Spectaris.

Eine wachsende Zahl von Unternehmen bietet der Medizintechnikindustrie außerdem ihre Produktions- und Personalkapazitäten an. Für diese Offerten hat Spectaris auf seiner Internetseite eine Matchmaking-Plattform installiert. Hier werden die zu einem großen Teil branchenfremden Unternehmen aufgelistet, die sich bei Spectaris gemeldet haben und ihre Unterstützung bei der Produktion von Medizintechnik angeboten haben. „Die Unterstützung von Unternehmen außerhalb der Medizintechnik ist ein großes Zeichen der Solidarität in unserem Land. Um die Solidarität auch umzusetzen, versteht sich der Verband als Brückenbauer zwischen den Industriezweigen“, erklärt Leonhard.

Um die Lieferketten nicht zu gefährden, plädiert der Verband für eine Beschleunigung des innereuropäischen Warenverkehrs. „Güter von besonderer Krisenbedeutung benötigen eine bevorzugte Abfertigung“, so Leonhard. Dies betrifft neben den Zollkontrollen auch die Bevorzugung bei der Abfertigung an den Grenzübergängen. „Hier denken wir an die Unterstützung der Polizei, die den Verkehr entsprechend lenken könnte“, so Leonhard. Auch eine Vignette, die die entsprechenden LKWs kennzeichnet, könnte eine Lösung sein. Außerdem sollte die Politik Vorkehrungen treffen, falls allgemeine Betriebsschließungen behördlich angeordnet werden. „Die Firmen benötigen von der Politik eine Sondergenehmigung, dass für den Fall solcher Maßnahmen, die Produktionsstätten von Medizinprodukteherstellern ausgenommen sind“, sagt Leonhard. Bei eventuellen Verkehrsbeschränkungen in Krisenregionen benötigten diese Firmen dann auch besondere Ein- und Durchfahrtsgenehmigungen in und durch Krisenregionen. „Am besten wäre hier eine europaeinheitliche Regelung und Bescheinigung, die mehrsprachig ausgestellt wird.

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Tobias Kurtz / 30.03.2020 - 12:05 Uhr

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