GP: Wie gestaltet sich vor Ort in Essen die Zusammenarbeit mit Kliniken und den anderen Filialen von Sanitätshaus Püttmann?
Püttmann: Derzeit sind wir im Sanitätshaus für Frauen mit fünf Außendienstlerinnen plus einer Springerin im Einsatz und fahren unsere Kliniken zu fest vereinbarten Zeitfenstern an. Meine Mitarbeiterinnen sind immer gleichbleibende Ansprechpartnerinnen in den Kliniken für Ärzte, Pflegepersonal und Patientinnen. Deshalb sind die Abläufe gut eingespielt. Wir wechseln nur auf die Vertretung im Urlaubs- und Krankheitsfall. Für die Patientinnen ist unsere Anwesenheit in der Regel eine Erleichterung, denn sie brauchen sich nicht vorab um eine Versorgung zu kümmern. Wir können so eine einwandfreie Passform der Versorgung sicherstellen. Hierzu möchten wir natürlich noch einmal erwähnen, dass Patientinnen generell die freie Lieferantenwahl haben und sich auch immer von einem anderen Leistungserbringer versorgen lassen können. Das erleben wir aber sehr selten. Da wir einen sehr hohen Servicegedanken leben und möchten, dass unsere Patientinnen bestmöglich aufgeklärt sind, arbeiten wir nach Leitfäden, um sicher zu stellen das alle Patientinnen in den Genuss der nahezu gleichen Aufklärung kommen. Der Austausch mit den Ärzten findet auf kurzen Wegen statt, somit können wir zügig die bestmögliche Versorgung durchführen. Das Sanitätshaus für Frauen war von Anfang an selbstständig und nur temporär noch mit dem Hause Püttmann über eine gemeinsame Abrechnung verbunden. Mein Vater hat mich von Tag Eins an „machen lassen“, ohne von sich aus einzugreifen. Wenn ich aber ein Thema hatte und um Rat gebeten habe, war er und wäre er auch jetzt jederzeit sofort an meiner Seite und für mich da. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar.
GP: Welche Rolle spielt der Onlineshop für Ihr Unternehmen? Welche Produkte sind besonders gefragt?
Püttmann: Gute Frage! Wir hatten in der Vergangenheit bereits einen Onlineshop, über den wir auch regelmäßig Umsätze generiert haben, ohne großes Werbebudget. Ein Onlineshop ist ein eigens Standbein und müsste als solches aufgebaut werden. Dazu fehlt uns derzeit jedoch der richtige Partner.
GP: Welche Rolle spielen die Sozialen Netzwerke bei Ihrer Arbeit mit den Patientinnen und Kundinnen?
Püttmann: Soziale Medien sind Segen und Fluch für unsere Arbeit. Sie bieten viele Informationen, schaffen Vernetzung, und unsere Branche gewinnt immer mehr an Farbe, Style und Normalität der Versorgung. Wir schaffen es dadurch mit großem Erfolg, das Image unserer Produkte im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu ändern. Manches ist richtig gut gemacht, manches nehme ich jedoch als überdreht, verharmlosend und auch gefährlich wahr. Soziale Medien sind mit Vorsicht zu genießen, weil sie eine Plattform bieten, um viel Frust in kurzer Zeit loszuwerden. So einen Shitstorm haben auch wir bereits einmal durchstehen müssen. Ich poste und berate überwiegend in geschlossenen Gruppen, wo es explizit um unsere Themen wie die Brustversorgung, Liposuktion und Ästhetik geht. Hier bekomme ich direktes Feedback und wir vereinbaren sogar Termine mit potentiellen Kundinnen.
GP: Wie ist Ihr Geschäft eingerichtet und welchen Effekt möchten Sie damit erzielen? Welcher Ladenbauer zeichnet dafür verantwortlich?
Püttmann: Unser Ladenlokal ist bewusst im Stil einer Modeboutique eingerichtet. Weiße Farbe, Holz, der Boden in Betonoptik – eine Mischung aus clean und verspielt beschreibt unseren Stil. Von Kundinnen hören wir häufiger die Nachfrage, ob sie überhaupt am richtigen Ort, im Sanitätshaus sind. Das ist auch gut so! Es ist sehr hell, warm, die Musik entspannt, es gibt Kaffee und Getränke für die Kundinnen. Die Räume bieten den Rahmen für eine individuelle, persönliche Beratung und wer will, kann seinen Partner oder die beste Freundin mitbringen. Wir möchten das sich unsere Kundinnen wohlfühlen und in privater Atmosphäre auswählen können. Hierzu hat mich Frank Lücker von Lücker und Menkel von Anfang an beim emotionalen Auftritt meiner Marke unterstützt. LM fertigt nicht nur hochwertige Ladeneinrichtungen, sondern auch individuelle Markenpräsentationen in Shops und Schaufenstern für internationale Marken.
GP: Was sind die aktuellen Herausforderungen für Ihr Geschäft?
Püttmann: Unsere größte Herausforderung sehe ich derzeit nur darin, ein weiteres Ladenlokal zu finden. Was unsere Pläne und der Blick auf das Jahr 2024 angehen, haben wir eine sehr positive Haltung und sind gespannt, welche Projekte wir in die Umsetzung bringen werden. Die Gesundheitsbranche ist aktuell geprägt von Veränderung. Nicht zwangsläufig muss das aber etwas Negatives bedeuten.