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Wundbehandlung

Vakuumversiegelungs-Therapie wird ambulante Kassenleistung

Die Vakuumversiegelungs-Therapie (VVS) kann jetzt auch in der ambulanten Versorgung für die Behandlung von Wunden eingesetzt werden. Dies beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Mitte Dezember in Berlin.

Grundlage der Beschlüsse war die Bewertung der VVS im Vergleich zu einer Standardwundbehandlung. Im Ergebnis sieht der G-BA den Nutzen und die medizinische Notwendigkeit der VVS als gegeben, wenn unter einer Standardwundbehandlung keine ausreichende Heilung zu erwarten ist.

Bei der VVS – auch Unterdruck-Therapie genannt – wird die Wunde luftdicht abgedeckt und über einen dünnen Schlauch mit einer Vakuumpumpe verbunden. Die Wundflüssigkeiten werden über dieses geschlossene System kontinuierlich abgesaugt. Durch den dabei entstehenden Unterdruck soll sich die Durchblutung in der Wunde verbessern.

Die VVS kann zukünftig ambulant zulasten der gesetzlichen Krankenkassen erbracht werden, bei denen aufgrund wund- oder patientenspezifischer Risikofaktoren unter einer Standardwundbehandlung keine ausreichende Heilung zu erwarten sei. Eine solche Wundheilungsstörung kann etwa nach einer Amputation auftreten. Ziel der VSS ist hier ein so genannter primärer Wundverschluss. Das ist eine komplikationsfreie Wiederherstellung der Gewebskontinuität, was bei bündigen Wundrändern möglich ist. Bei anderen Wunden, beispielsweise Druckgeschwüren, zielt die VSS auf einen sekundären Wundverschluss. Hier muss sich zuerst Gewebe neu bilden.

Zur Sicherstellung der Qualität der Leistungserbringung darf die VVS nur von bestimmte Facharztgruppen angewendet werden. Zudem ist die VVS in ein medizinisches Behandlungskonzept einzubetten, welches neben den Verbandswechseln u. a. eine regelmäßige ärztliche Kontrolle der Wundheilung umfasst.

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Tobias Kurtz / 03.01.2020 - 09:00 Uhr

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