Der Verband Versorgungsqualität Homecare (VVHC) sieht im Bericht der Finanzkommission Gesundheit wichtige Impulse zur Stabilisierung der Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung, mahnt jedoch eine stärkere Berücksichtigung bestehender Homecare-Strukturen und eine Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Versorgungsqualität an. Er bewertet die Vorschläge laut einer Mitteilung „kritisch und konstruktiv“.
Aus Sicht des Verbands betreffen die Empfehlungen auch die Strukturen der Hilfsmittel- und Verbandmittelversorgung im Rahmen der Homecare-Versorgung. Diese zeichne sich insbesondere durch eine kontinuierliche, wohnortnahe Betreuung sowie die Abstimmung mit weiteren Leistungserbringern aus. Gerade für chronisch und schwer erkrankte Menschen im häuslichen Umfeld sei dies ein zentraler Bestandteil der Versorgung.
Der VVHC hebt hervor, dass das ambulante Homecare-Therapiemanagement weiterhin ein wesentlicher Ansatz für eine qualitätsgesicherte und patientenzentrierte Versorgung sei. Die Kombination aus Therapiebegleitung, Beratung, Schulung und Verlaufskontrolle trage maßgeblich zur Versorgungssicherheit sowie zur Vermeidung von Komplikationen bei.
Die im Bericht genannten Steuerungsinstrumente – etwa im Bereich der Hilfsmittelversorgung – müssten im weiteren Verlauf differenziert bewertet werden, so der Verband. Entscheidend sei, ob Reformansätze die Versorgungsrealität adäquat abbilden und bestehende ambulante Strukturen stärken.
Auch in der Verbandmittelversorgung bleibe die konkrete Ausgestaltung abzuwarten. Der VVHC spricht sich für vertragliche Lösungen nach § 127 SGB V aus, um eine qualitätsgesicherte und bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen. Bei möglichen Festbeträgen komme es darauf an, eine tragfähige Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Versorgungsqualität zu gewährleisten.
Zugleich verweist der Verband auf strukturelle Entwicklungspotenziale, etwa durch Digitalisierung, Bürokratieabbau und eine stärkere sektorenübergreifende Koordination. Diese könnten zur Effizienzsteigerung beitragen und gleichzeitig die Versorgungsqualität verbessern.
„Der Bericht setzt wichtige Impulse für die weitere Diskussion. Für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Versorgung wird es darauf ankommen, die vorhandenen strukturellen Potenziale konsequent zu nutzen und bestehende Qualitätsansätze gezielt weiterzuentwickeln“, so Norbert Bertram, Geschäftsführer des VVHC.