Herr von Hammerstein, bitte stellen Sie Gimv und Ihre Tätigkeit ganz kurz vor.
Philipp von Hammerstein: Wir sind ein börsennotiertes Unternehmen, also kein von Fonds getriebener Finanzinvestor, sondern wir investieren als Unternehmen mit erweiterter Perspektive. Aber wir verstehen uns ähnlich wie andere Private-Equity-Unternehmen als Partner auf Zeit. Allerdings sind wir etwas flexibler als klassische Investoren. Unser Anlagehorizont liegt meist zwischen vier und sieben Jahren. Wir fokussieren uns auf den kleineren Mittelstand.
Mein Team konzentriert sich auf das Gesundheitswesen. Hier sind wir breit aufgestellt, von der Rehabilitation über Pharma bis zu Kliniken. Im Vergleich zu anderen Finanzinvestoren, die sich heute einen Automobilzulieferer anschauen und morgen ein Homecare-Unternehmen, sind wir vom Ansatz her aber sehr viel sektororientierter unterwegs.
Welche Unternehmen sind interessant für Sie?
Von Hammerstein: Wir wollen gerne Unternehmen in ihrer Nische begleiten und gemeinsam zum führenden Player in der Branche machen. Das muss nicht notwendigerweise führend im Sinne von Größe sein. Das kann auch der Agilste sein. Wir sind von unserer Denke her keiner, der schlecht laufende Unternehmen kauft, einen guten Kern sucht und sie repositioniert. Wir interessieren uns für gesunde Unternehmen mit einer ambitionierten Strategie.
Wie weit sind Sie in das Tagesgeschäft eingebunden? Wie häufig tauschen Sie sich mit den Geschäftsführern in den Unternehmen aus?
Von Hammerstein: Im Tagesgeschäft sind wir nicht aktiv. Das ist Aufgabe der Geschäftsführung. Wir verstehen uns als strategischer Sparringspartner, hinterfragen und versuchen, Ideen beizusteuern. Wir denken sehr aktiv mit, wie wir das Unternehmen weiterentwickeln können, was wir beitragen können und wie wir es gemeinsam finanzieren.
Welche Bedeutung hat der Healthcare-Bereich und speziell der deutsche Markt für Gimv?
Von Hammerstein: Gimv ist in vier Branchen aktiv – eine davon ist Healthcare. Im langjährigen Schnitt liegen alle Plattformen meistens in etwa bei einem Viertel. Das fluktuiert natürlich immer etwas. Momentan liegt Healthcare eher bei einem Drittel. Der deutsche und der französische Markt haben stetig an Bedeutung gewonnen. Als ich vor sechs Jahren startete, waren wir im Healthcare-Bereich nicht vertreten in Deutschland. Seitdem haben wir hier fünf Investitionen im Gesundheitswesen getätigt.
Das gesamte Interview mit Philipp von Hammerstein können Sie im ePaper von Gesundheitsprofi lesen.