Der Drehregler an der Seite einer Hallufix-Sandale zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Er ist ein technisches Element am Schuh, der die Neugierde weckt. Schließlich ist nicht auf Anhieb klar, welche Funktion er erfüllen soll. Dabei ist ein genauso wichtiger Teil des Schuhs etwas weniger auffällig. Die Schlaufe, die sich um den großen Zeh schlängelt und sich so ins Produktdesign einfügt, soll dabei helfen, den Hallux valgus beim simplen Tragen eines Schuhs zu korrigieren. Die Sandalen und Pantoletten von Hallufix verfügen über eine Schlaufe, die über den großen Zeh verläuft und ihn von den anderen Zehen trennt. Diese Schlaufe könne beim Hallux valgus helfen, der Fehlstellung des großen Zehs, die laut Hallufix bei mindestens 10 Mio. Menschen in Deutschland auftritt. Sie soll die Fehlstellung korrigieren, der Verschlechterung entgegenwirken und die bei schwerer Ausprägung auftretenden Schmerzen lindern.
„Ein stark ausgeprägter Hallux valgus lässt sich nicht mehr vollständig heilen, aber man kann die Entwicklung stoppen. Und wenn man schon im frühen Stadium reagiert, lässt sich viel verhindern“, erklärt Hallufix-Vorstand Camilla Brass. Die Schlaufe kann durch den Drehregler angepasst werden und je nach Bedarf mehr oder weniger Druck auf den Zeh ausüben. Nicht nur kann der Schuh damit an die verschiedenen Ausprägungen des Hallux valgus angepasst werden, die Feinjustierung ermöglicht es auch, den Zeh schrittweise zu korrigieren. Zunächst könne weniger Druck ausgeübt werden, bis sich die Muskulatur daran gewöhnt. Dann kann die Korrektur intensiviert werden. Hallufix hat die Technologie patentieren und Geschmacksmuster eintragen lassen, was den Schuh laut Hersteller zum einzigen mit dieser Funktionalität macht. Weitere Funktionen sollen den Schuh komfortabel tragbar machen. Ein weiches Gelkissen an der Innenseite der Schlaufe soll Druckstellen vorbeugen, die Innensohle kann durch ein orthopädisches Fußbett ausgetauscht werden. Zusätzlich stelle ein hoher Qualitätsstandard bei der Verarbeitung den Komfort der Schuhe sicher: Sie werden mit italienischem Leder bei der Firmenzentrale in Grünwald bei München produziert. Angeboten werden die Pantoletten und Sandalen in diversen Farben und leichten Designanpassungen, die orthopädischen Merkmale haben jedoch alle gemeinsam. Für die Abwechslung gibt es einige Accessoires, um den Drehregler optisch aufzupeppen. Angeboten werden unifarbene oder bemusterte Überzüge sowie die sogenannten Flower Covers in Blumenform, die um den runden Knopf gezogen werden können und ihn in den Stempel einer Blume verwandeln.
Funktionen in simplem Design
Der Schuh verfügt über viele Funktionen, die beim bloßen Draufschauen nicht erkennbar sind. Bewusst soll der Schuh alltagstauglich daherkommen. Hallufix produziert auch Schienen, die gegen den Hallux valgus helfen. „Die Schiene ist nicht in jeden Schuh zu bekommen und wird eher zuhause getragen. Die Korrektur ist aber effektiver, wenn der Fuß dabei in Bewegung ist. Da bietet es sich an, den Zeh über einen Schuh zu korrigieren, der sich drinnen und draußen tragen lässt“, beschreibt Brass die Idee hinter den Schuhen, die seit 2020 vertrieben werden. Sie sollen sich als niedrigschwelliges Produkt immer tragen lassen und auch für Menschen mit schwächer ausgeprägtem Hallux valgus attraktiv sein, die damit einem schwereren Verlauf vorbeugen können. Die Bedienung der Schlaufe über den Regler sei intuitiv und man entwickle schnell ein Gefühl dafür, wie sie eingestellt werden muss. Dennoch sind die Schuhe beratungsintensiv, und die vielen nicht ersichtlichen Funktionen müssen erklärt werden. Das sei eine große Herausforderung für das Unternehmen sowohl online als auch am POS und eine Möglichkeit für den Fachhandel. Die Produkte werden über Sanitätsfachgeschäfte und Orthopädieschuhfachhändler in Deutschland vertrieben. Das Unternehmen sieht die Produkte aber auch im Komfortschuhhandel.