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MLP Gesundheitsreport 2019

Wie Bürger und Ärzte das Gesundheitssystem bewerten

Wie Bürger und Ärzte das Gesundheitssystem bewerten Die Bundesbürger kritisieren die Gesundheitspolitik aktuell stärker als vor drei Jahren. (Grafik: MLP)

Ärzte und Bürger bewerten die aktuelle Gesundheitsversorgung mehrheitlich positiv. Doch die Kritik wächst. Das zeigt der MLP Gesundheitsreport 2019.

Mit geschätzten 387 Mrd. Euro vermeldete das Statistische Bundesamt für 2018 einen neuen Höchstwert der Gesundheitsausgaben in Deutschland. Vor diesem Hintergrund nehmen Bevölkerung und Ärzte die Gesundheitsversorgung in Deutschland immer noch als sehr leistungsfähig wahr, und viele Bürger haben in den vergangenen Jahren nochmals bessere Erfahrungen gemacht.

Vielfach bemängelt werden aber weiterhin lange Wartezeiten beim Arzt und vorenthaltene Leistungen aus Kostengründen. In den Krankenhäusern spitzt sich die Lage weiter zu: Hauptproblem hier ist Zeitmangel aufgrund der schwierigen Personalsituation und vieler „Nicht-Notfälle“ in der Notaufnahme.

Der 2016 noch verbesserte Eindruck der Bürger von der Gesundheitspolitik hat sich inzwischen wieder gedreht; bei den Ärzten zeigt sich nun sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit unzufrieden. Dabei hat die Politik in den letzten Jahren zahlreiche Reformmaßnahmen auf den Weg gebracht – doch mit einer Reihe davon sind die Bürger und Ärzte nicht zufrieden. Verstärkt hat sich zudem der Ärztemangel. Dieser wird für Ärzte und Bevölkerung insbesondere in Ostdeutschland immer sichtbarer. Weiterhin erwartet eine deutliche Ärztemehrheit eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung. Die Bevölkerung befürchtet für die Zukunft vor allem eine Zwei-Klassen-Medizin und steigende Beiträge.

Zu diesen Kernergebnissen kommt der 10. MLP Gesundheitsreport. Die repräsentative Bevölkerungs- und Ärztebefragung im Auftrag des Finanzdienstleisters MLP hat das Institut für Demoskopie Allensbach erstellt.

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze

  • 62 Prozent der Bürger klagen über lange Wartezeiten und 34 Prozent über vorenthaltene Leistungen aus Kostengründen. 63 Prozent der Ärzte bemängeln Termintreue ihrer Patienten
  • Zugespitzte Lage in Krankenhäusern: 61 Prozent der Klinikärzte beklagen fehlende Zeit für Patienten (2016: 50 Prozent). 75 Prozent berichten von häufig nicht akuten Fällen in der Notaufnahme
  • Deutliche Ärztemehrheit (59 Prozent) erwartet Verschlechterung der Gesundheitsversorgung – Bevölkerung befürchtet insbesondere Zwei-Klassen-Medizin und steigende Kassenbeiträge
  • Jüngste Reformmaßnahmen rufen vielfach Ernüchterung bei Bürgern und Ärzten hervor. 35 Prozent bzw. 67 Prozent stellen der Politik insgesamt ein schlechtes Zeugnis aus
  • Bürger zunehmend offen für Telemedizin, doch nur jeder zehnte Arzt bietet eine Videosprechstunde an oder plant dies.

Der MLP Gesundheitsreport findet sich hier zum Download.

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Tobias Kurtz / 09.10.2019 - 13:29 Uhr

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