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Hilfsmittel-Leistungserbringer-Gruppen

Wie die Sanitätshaus Aktuell AG ihre Rolle versteht

Wie die Sanitätshaus Aktuell AG ihre Rolle versteht Ben Bake (l.) und Michael Haas (Fotos: Sanitätshaus Aktuell AG)

Digitalisierung, Lobbyarbeit, Entlassmanagement: Der Vorstandsvorsitzende Ben Bake und Vorstand Michael Haas von der Sanitätshaus Aktuell AG beziehen im Interview mit GesundheitsProfi Stellung zu verschiedenen Themen.

Am 1. März 2018 ist Michael Haas als zweiter Vorstand bei der Sanitätshaus Aktuell AG eingestiegen. GP hat mit ihm und mit dem Vorstandsvorsitzenden Ben Bake auf aktuelle Themen der Leistungserbringergruppe und ihrer Mitglieder geblickt.

GP: In diesen Tagen finden die diesjährigen Regionaltreffen statt. Was steht auf der Agenda?
Ben Bake: Wir erreichen hier an sechs Standorten in Deutschland rund 200 Teilnehmer im Schnitt. Es geht hauptsächlich um vier Themen: die Einkaufskonditionen, die Optimierung der Dienstleistungsprozesse, die Digitalisierung und das Vertragsmanagement. Dabei wecken Verträge immer die meisten Emotionen.

GP: Fangen wir mit der Digitalisierung an. Wo stehen Sie bzw. die Betriebe aktuell? Was ist Ihr Ziel?
Michael Haas: Wir gestalten den Prozess von der Bestellung des Hilfsmittels über die Rechnung bis zur Buchung durchgehend elektronisch und ohne Papier. Dafür bauen wir ein Datendrehkreuz auf, über das jeder Händler den Status seiner Bestellungen einsehen kann. Die Voraussetzung dafür sind qualitativ hochwertige Stammdaten. Allerdings ist es nicht trivial, diese ordentlich durch den Prozess zu leiten.

Bake: Das Online-Bestellportal bzw. das Datendrehkreuz mit der gesicherten Datenqualität ist daher kein Projekt mit einem definierten Ende, sondern ein Dauerthema. Wir haben im letzten Jahr allerdings erhebliche Schritte nach vorne ­gemacht. Wir haben rund 120 Lieferanten gelistet, und bei einem ­Großteil des abgerechneten Volumens verfügen wir inzwischen über eine gute bis sehr gute Datenqualität. Vor einem Jahr war das noch anders.

GP: Der Durchbruch ist also geschafft?
Bake: Davon spreche ich erst, wenn unsere Mitglieder uns das entsprechend zurückmelden und verstanden haben, wie viel Zeit sie hier sparen können. Ich bin aber sicher, dass dies keine fünf Jahre mehr dauern wird.

GP: Herr Bake, Sie sind seit 2018 Mitglied des BVMed-Vorstands. Welche Rolle spielt für Sie die Lobbyarbeit? Was wollen Sie in diesem Bereich umsetzen?
Bake: Das geplante Ausschreibungsverbot für Hilfsmittel ist das beste Beispiel für ihre Notwendigkeit und ihren Nutzen. Frau Drygala und ich engagieren uns zusammen mit unserem Kooperationspartner, dem RSR, daher intensiv im BVMed oder auch der IGHV. Die Sanitätshaus Aktuell AG unterstützt finanziell und inhaltlich Initiativen wie die Kampagne ,Faktor Lebensqualität‘. Ich bin überzeugt, dass wir auf Bundesebene mit einer Stimme sprechen müssen, um gehört zu werden. Ich möchte daher an dieser Stelle klarstellen, dass der VVHC für uns kein Lobbyverein ist. Er ist keine Konkurrenz zum BVMed und den anderen Interessenvertretungen. Seine Aufgabe sind allein Vertragsverhandlungen im Homecare-Bereich. Auf regionaler Ebene empfehle ich jedem Unternehmer, seine politischen Vertreter einzuladen und zu informieren.

GP: Das Entlassmanagement steht vielleicht gerade weniger im Fokus der öffentlichen Diskussion. Welche Entwicklungen zeichnen sich hier ab?
Haas: Bei diesem Thema tue auch ich mich schwer. Das fängt damit an, dass nicht alle Marktpartner in der Umsetzung das gleiche darunter verstehen. Die Kliniken arbeiten sehr unterschiedlich, wir haben einen Wust an Modellen. Klinikketten wünschen sich eine ganzheitliche, umfassende Lösung und nicht für jedes Haus eine individuelle Vereinbarung. Die Asklepios-Kliniken beispielsweise können aufgrund ihres Marktanteils ihr Entlassmanagement aus deren Sicht stringent aufbauen. Aber das gelingt längst nicht allen. Auf diesem Feld versuchen wir daher die Player zusammenzubringen. Ein konkretes Modell haben wir noch nicht ausgewählt, sind aber mit verschiedenen Gruppen und Anbietern im Gespräch.
Bake: Wir haben uns in der Zentrale daher mit einem Fachmann verstärkt, der über das nötige Know-how und die Ressourcen dafür verfügt. Es benötigt zudem das Gespür für die richtigen Konzepte und Netzwerke, mit denen eine Zusammenarbeit Sinn macht.

Das komplette Interview finden Sie in GP 2/2019

Sanitätshaus Aktuell AG in Zahlen

Die Sanitätshaus Aktuell AG hat ihren ZR-Umsatz im Jahr 2018 um rund 5 Prozent auf über 350 Mio. Euro gesteigert. Das geht aus dem aktuellen Aktionärszwischenbericht hervor. Die Umsätze der einzelnen Divisionen:

  • reha team: ca. 112 Mio. Euro
  • sani team: ca. 89 Mio. Euro
  • care team: ca. 70 Mio. Euro
  • ortho team: ca. 51 Mio. Euro
  • ek team / ek team plus: ca. 28 Mio. Euro

Für das laufende Jahr strebt die Sanitätshaus Aktuell AG ein Plus von 4 Prozent an.

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