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Wie GKV-Versicherte ihre Hörhilfen-Versorgung bewerten

Wie GKV-Versicherte ihre Hörhilfen-Versorgung bewerten Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbands (Foto: GKV-Spitzenverband)

„Mehrkosten bei Hörhilfen – das muss nicht sein!“ So überschrieb der GKV-Spitzenverband eine Pressemitteilung auf Basis einer Versichertenumfrage. Ein Blick über den Tellerrand der Sanitätshausbranche.

Über 80 Prozent der Versicherten sind sehr zufrieden bzw. zufrieden mit ihrer Hörhilfenversorgung und ihrem neuen Hörgerät. Dies zeigt eine repräsentative Versichertenbefragung des GKV-Spitzenverbandes in Kooperation mit mehreren gesetzlichen Krankenkassen. 3.457 erwachsene GKV-Versicherte nahmen an der deutschlandweiten Befragung teil.

Gefragt wurde nach Beratungsqualität, Mehrkosten sowie Zufriedenheit. Es zeigt sich, dass jeder dritte gesetzlich Versicherte mit einer mehrkostenfreien Hörhilfenversorgung nach Hause geht – aber auch, dass 70 Prozent der GKV-Versicherten Mehrkosten zahlen. Die durchschnittliche Mehrkostenhöhe für eine in den meisten Fällen beidohrige Versorgung beträgt 1.169 Euro. Mehrkosten seien aber kein Garant für eine höhere Zufriedenheit, hebt der GKV-Spitzenverband hervor: Ob mit oder ohne Mehrkosten – in beiden Fällen sind die Versicherten zu 81 Prozent mit ihrem neuen Hörgerät sehr zufrieden bzw. zufrieden.

Hörhilfen: Ursachen für Mehrkosten?

Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, betrachtet das Ergebnis ambivalent: „Der Zufriedenheitswert von über 80 Prozent unser befragten Versicherten zeigt uns, dass das Angebot für Beratung und Versorgung mit Hörhilfen für unsere Versicherten gut ist und mehrkostenfreie Geräte den Vergleich nicht scheuen müssen. Wir fragen uns aber, warum zwei Drittel unserer Versicherten Mehrkosten für ihre Hörgeräte zahlen. Hier gilt es, genauer nach den Ursachen für Mehrkosten zu fragen.“

Um das Sachleistungsprinzip der GKV sicherzustellen und die Mehrkosten für Versicherte zu senken, hat der GKV-Spitzenverband im Juli 2013 den Festbetrag für schwerhörige Versicherte nahezu verdoppelt und auf 733,59 Euro (ohne MwSt.) angehoben. Gleichzeitig wurden in den Verträgen der Krankenkassen mit den Hörakustikern Regelungen zur Verbesserung der Information und Beratung der Versicherten über ihre Leistungsansprüche festgelegt: So muss Versicherten mindestens ein mehr-kostenfreies Gerät durch den Hörakustiker angeboten werden. Aus der Versichertenbefragung geht nun hervor, dass 87 Prozent der Befragungsteilnehmer über eine mehrkostenfreie Versorgungsoption informiert wurden und 69 Prozent diese auch explizit angeboten wurde.

Beratung über aufzahlungsfreie Hörgeräte

„Inakzeptabel ist, dass 22 Prozent der befragten GKV-Versicherten kein mehrkostenfreies Gerät angeboten wurde. Für uns heißt das: Ein Teil unserer Versicherten braucht eine gezieltere ergänzende Beratung durch die Kassen. Jeder Versicherte soll informiert und abgewogen entscheiden können, ob er z.B. ein Hörgerät ohne oder mit Mehrkosten auswählt. Erst vor kurzem hat der Gesetzgeber daher die Versichertenrechte gestärkt: Leistungserbringer wie etwa Hörakustiker haben eine Beratungspflicht gegenüber GKV-Versicherten. Ebenso wurden die Kassen verpflichtet, die gesetzlichen und vertraglichen Pflichten der Leistungserbringer durch ein entsprechendes Vertragscontrolling stärker als bisher zu überwachen“, so Gernot Kiefer.

Die Befragung zeigt, dass die Höhe der Mehrkosten sowohl von der Beratung und den Versorgungsangeboten der Hörakustiker als auch durch das Nachfrageverhalten der Versicherten beeinflusst wird.

Die Befragung identifizierte verschiedene Faktoren, die mit der Zahlung von Mehrkosten und ihrer Höhe in Zusammenhang stehen. Befragungsteilnehmer, die Mehrkosten antizipierten (84 Prozent), zahlten im Schnitt über 350 Euro mehr als die Personengruppe (64 Prozent), die keine Mehrkosten erwartet hat. Um durchschnittlich 127 Euro verringerten sich die Mehrkosten bei Versicherten, die über die Möglichkeit einer mehrkostenfreien Versorgung informiert wurden. Wurde ein mehrkostenfreies Hörgerät explizit angeboten, waren es sogar 243 Euro weniger. Versicherte, die mehr als einen Hörakustiker aufsuchten, zahlten im Schnitt 229 Euro weniger Mehrkosten: Aber lediglich 17 Prozent der Befragten ließen sich von mehreren Hörakustikern beraten. Entschieden sich Versicherte für einen überregionalen Filiallisten, verminderten sich die Mehrkosten im Schnitt um 311 Euro.

Die Berechnungsgrundlage der Festbetragskalkulation stellt laut GKV-Spitzenverband sicher, dass ein Drittel aller am Markt befindlichen Hörgerätekonfigurationen grundsätzlich zum Festbetrag abgegeben werden können.

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Tobias Kurtz / 24.06.2019 - 15:00 Uhr

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