Kommunikation
Raus aus der Komfortzone: Im Verbund der Ottobock.Care-Gruppe aber auch unter dem Dach eines weltweit agierenden Unternehmens müssen sich die Brillinger-Mitarbeitenden von langjährigen Gewohnheiten verabschieden und neue Aufgaben und Rollen übernehmen. Das gilt nicht nur in den Werkstätten, sondern auch in den Bereichen Controlling, Human Resources – und für Patrick Straubinger selbst.
Die Brillinger-Geschäftsführung umfasst andere Aufgaben als beim bisherigen Arbeitgeber. „Ich organisiere weniger alltägliche Abläufe. Stattdessen versuchen wir mit den anderen Geschäftsführern der DACH-Gruppe und Ottobock weiter in die Zukunft zu blicken und die gemeinsame Strategie entsprechend auszurichten. Wie sieht Orthopädietechnik der Zukunft aus? Was heißt das für uns?“ Vor Ort in Tübingen sieht sich Straubinger folgender Aufgabe gegenüber: „Es geht darum, unsere Strategie auf die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herunterzubrechen. Wie kommuniziert wird, ist daher ganz entscheidend.“ Dabei gilt: „Menschen entwickeln sich nur weiter und wachsen mit ihren Aufgaben, wenn ich ihnen das zutraue. Je mehr Klarheit im Betrieb herrscht, desto mehr Vertrauen kann entstehen.“ Dafür müssten beide Seiten ihre Erwartungen verständlich kommunizieren und für die Argumente der anderen Seite aufgeschlossen sein. „Nur dann trauen sich alle, ihre Meinung zu sagen.“ Auf diesem Weg sei Brillinger schon gut vorangekommen. „Alle Mitarbeiter erkennen ihre Chancen bei Ottobock Care. Dahinter steht natürlich ein längerer Prozess. Ich ziehe daher meinen Hut vor ihnen, wie sie die Veränderungen annehmen.“
Straubinger will nah dran sein am gesamten Team. „Das ist bei dreimal so vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schwieriger als früher. Aber ich will bewusst Zeit mit allen erleben. Daher kontaktiere ich zum Beispiel alle Mitarbeiter zum Geburtstag. Ich versuche außerdem, auch spontan an kleineren Teamsitzungen teilzunehmen und alle Kommunikationswege so offen wie möglich zu halten. Das gehört für mich zum Respekt vor der Leistung jedes Einzelnen dazu.“
Beste Chancen
„Für mich ist es ein großer Anreiz, ein Sanitätshaus mit der starken Unterstützung eines Weltunternehmens im Rücken zu leiten“, sagt Patrick Straubinger. Diese Struktur bietet seiner Meinung nach beste Chancen, die Zukunft erfolgreich zu meistern. Der Fachkräftemangel betreffe uns alle. Im Unternehmensverbund ergäben sich aber mehr Synergien, und man könne sich gegenseitig auf der Suche nach qualifiziertem Personal unterstützen. Auch die steigenden regulatorischen Anforderungen und der zunehmende Kostendruck stellen Unternehmen vor große Aufgaben. „Das bedeutet, dass wir viele Ressourcen für administrative Aufgaben aufwenden müssen – Aufgaben, die nicht unmittelbar zur Verbesserung der Lebensqualität unserer Kundinnen und Kunden beitragen“, erklärt Straubinger. In einem größeren Unternehmensverbund könnten wirtschaftliche Schwankungen jedoch deutlich besser abgefedert werden. „Während kleinere Betriebe schnell an ihre Grenzen stoßen, bietet das Care-Netzwerk Stabilität und mehr Handlungsspielraum.
Übergabe
Patrick Straubinger wird im Herbst dieses Jahres das Amt des Geschäftsführers von Michael Schneller, der Ende des Jahres in den Ruhestand wechselt, übernehmen. Bereits seit Anfang des Jahres lernt er die Abläufe bei Brillinger intensiv kennen. „Mein Wunsch war, im ersten halben Jahr gar nicht viele Aufgaben von Michael Schneller zu übernehmen, sondern zusammen mit Geschäfts-, Bereichs- und Teamleitungen die Firma zu verstehen“, führt Straubinger aus. In der zweiten Jahreshälfte werde er zunehmend Bereiche und Tätigkeiten verantworten. Daher sagt er: „Es wäre sicher spannend, wenn wir uns in einem Jahr noch einmal unterhalten.“