„Es überrascht nicht, dass ganz oben auf der Liste der Qualitätskriterien die Passgenauigkeit, eine hohe Verarbeitungsqualität sowie die Haltbarkeit des Hilfsmittels stehen“, kommentiert Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik im Deutschen Industrieverband Spectaris, die Studienergebnisse der FH Bielefeld. Zusammen mit der Leistungserbringer-Gemeinschaft Rehavital und dem Bettenhersteller Burmeier hatte der Medizintechnik- Industrieverband die FH Bielefeld beauftragt. Befragt wurden Nutzer (Versicherte und Angehörige), ärztliche und nicht-ärztliche Leistungserbringer, Hersteller sowie Kostenträger. Für die Qualität einer Hilfsmittelversorgung spiele insbesondere auch die individuelle Beratung durch den Hilfsmittelleistungserbringer eine herausragende Rolle.
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen, dass die Anforderungen an eine Versorgung mit Hilfsmitteln im Alltag über eine Pauschalversorgung mit Standard-Hilfsmittelprodukten hinausgehen können. „Menschen, die von Krankheiten oder altersbedingten Einschränkungen betroffen sind, haben sehr individuelle Bedürfnisse. Um ihre Lebensqualität zu erhalten und Folgeerkrankungen zu vermeiden, erwarten sie Hilfsmittel, die auf sie individuell zugeschnitten sind und somit eine gewisse Variabilität aufweisen“, erläutert Sven Koppelwiser, Key Account Manager bei Burmeier. Zugleich müssten Hilfsmittel hohen Belastungen standhalten, denn ein ständiger Austausch sei für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen organisatorisch kaum zu bewältigen.
Hilfsmittelversorgung: Hilfsmittel und Bedarf müssen passen
Frank Keller, Business Development Manager Medizin- & Rehatechnik der Rehavital, ergänzt: „Die Studie zeigt sehr transparent, dass bei allen Befragten Hilfsmittel und Bedarf zueinander passen müssen, um eine hohe Qualität bei der Hilfsmittelversorgung zu erreichen.“ Gerade die Kompetenz der Sanitätshäuser, Hilfsmittel individuell nach den Bedürfnissen und medizinischen Erfordernissen der Patienten auszuwählen, ermögliche „diese zielgerichtete, passgenaue und ökonomisch sinnvolle Versorgung auf hohem Qualitätsniveau“, so Keller.
Auf der Fachmesse Rehacare in Düsseldorf stellen Alexander Stirner (FH Bielefeld) und Frank Keller die Studie am Mittwoch, dem 14. September 2022, um 14 Uhr auf dem Fachforum Products & News@Rehacare in Halle 4 vor.