Unter dem Namen Orthomed betreibt das Sanitätshaus Emil Kraft in Dortmund seit 1989 ein ambulantes Rehabilitationszentrum. Rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Sportwissenschaft, Ergotherapie, Physiotherapie, Physikalischer Therapie und anderen nichtärztlichen Heilberufen sind hier tätig. Außerdem zählen orthopädisch-traumatologisch ausgebildete Ärzte zu dem interdisziplinären Team. GP hat mit Geschäftsführer Peter Kraft über das Konzept und die Zusammenarbeit zwischen Therapeuten und Technikern gesprochen.
Peter Kraft blickt im Gespräch zur Seite. „Wenn ich die Leute auf der Straße manchmal so schlecht laufen sehe, ärgere ich mich, weil das häufig wirklich nicht notwendig wäre. Dafür haben wir doch Lösungen. Wir verfügen heute über so leichte und filigran gebaute Hilfsmittel.“ Sein Unverständnis ist nachvollziehbar. Der Geschäftsführer eines Sanitätshauses und orthopädietechnischen Betriebs kennt die Möglichkeiten moderner Hilfsmittelversorgungen – aber auch ihre Grenzen und Erfolgsvoraussetzungen.
„Wir haben 1989 festgestellt, dass wir viele Prothesenträger nur einmal versorgt haben“, berichtet Peter Kraft. Das habe auf Versorgungsdefizite hingewiesen. Peter Krafts Vater Jochen und sein Onkel Klaus Kraft gründeten daraufhin Orthomed. In diesem Rahmen eröffnete seine Mutter Gabriele Kraft als gelernte Physiotherapeutin eine Gehschule, um mit Prothesenträgern einen sicheren und koordinierten Gang zu üben. Mit weiteren Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern wurde der Geschäftsbereich Schritt für Schritt ausgebaut. Im Jahr 1996 bezog Orthomed seinen aktuellen Standort an der Strobelallee und betreibt auf rund 2.200 qm ein medizinisches Leistungs- und Rehabilitationszentrum. „Dahinter steht die Idee ,ambulant vor stationär‘. Das gab es in der Rehabilitation in dieser Form vorher noch nicht. Die AOK hat damals als erste Krankenkasse das Potenzial erkannt und die Kosten für ihre Versicherten übernommen“, führt Peter Kraft aus.
Im Jahr 2018 wurde außerdem am Stammsitz des Sanitätshaus Emil Kraft und an der Geburtsstätte des Rehabilitationszentrum Orthomed in der Klönnestraße eine „Neuropraxis“ eröffnet. Hier steht die Therapie neurologischer Erkrankungen im Fokus. „Bei der Mobilisation richten wir den Fokus auf Aktivität. Die Patienten werden intensiv in die Therapie einbezogen. Es geht nicht um passives Durchbewegen. Darauf zielt auch die unterstützenden Hilfsmittelversorgung ab. Sie ersetzt nicht die Physiotherapie.“