Rehabilitation entscheidet maßgeblich darüber, wie selbstständig und aktiv Menschen nach Krankheit, Unfall oder Operation leben können. Die OTWorld 2026 vom 19. bis 22. Mai in Leipzig setzt deshalb einen eigenen Schwerpunkt auf die orthopädisch-unfallchirurgische Rehabilitation.
Kongresspräsidentin Dr. Doris Maier, Ärztliche Direktorin der BG Unfallklinik Murnau, misst dem Thema eine zentrale Bedeutung bei. „Die Rehabilitation ist eine der Grundsäulen, die neben einer leitliniengerechten Diagnostik und Behandlung über das Behandlungsergebnis für den Patienten entscheidet“, sagt Maier. „Sie braucht interdisziplinäre Teams, zeitgerechte und patientenzentrierte Behandlungspfade – und eine passgenaue orthopädietechnische Versorgung. Gerade in Zeiten wirtschaftlichen Drucks ist es wichtig, Rehabilitation als festen Bestandteil einer integrativen Versorgung zu stärken.“
Aktuelle Zahlen unterstreichen die Relevanz: Laut Reha-Atlas 2024 der Deutschen Rentenversicherung erhielten im Jahr 2023 knapp 994.000 Menschen Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. Rund 352.000 davon entfielen allein auf orthopädische Indikationen. Damit stellen sie den größten Einzelbereich in der medizinischen Rehabilitation dar.
Rehabilitation zwischen Praxis, Technik und Digitalisierung
Der Weltkongress der OTWorld greift die vielfältigen Facetten moderner Rehabilitation in Symposien, Workshops und Vorträgen auf. Diskutiert werden unter anderem phasenübergreifende Rehabilitationskonzepte, der Übergang von Akutversorgung in die Reha sowie neue Wege der Schmerzreduktion. Ein Symposium widmet sich der Frage, wie Rehabilitation auch in Krisen- und Konfliktsituationen verlässlich organisiert werden kann – von der Fast-Track-Rehabilitation bis zur sektorübergreifenden Versorgung.
Technologische Entwicklungen spielen dabei eine immer größere Rolle. Orthesen, Exoskelette, intelligente Steuerungssysteme oder digitale Trainings- und Therapietools eröffnen neue Möglichkeiten, Mobilität, Selbstbestimmung und Teilhabe zu fördern. In Vorträgen und Workshops zeigen Experten, wie diese Technologien evidenzbasiert eingesetzt werden und welche Erfahrungen es aus der klinischen und ambulanten Praxis gibt.
Auch die Rolle der Digitalisierung wird kritisch beleuchtet. „Digitale Systeme können Fachkräfte entlasten und Patienten flexiblere Behandlungswege eröffnen“, so Maier. „Entscheidend ist jedoch, dass digitale Angebote individuell angepasst und fachlich begleitet werden. Technik kann unterstützen – das Herzstück der Rehabilitation bleibt die persönliche individuell angepasste Betreuung.“
Reha-Innovation trifft Therapie-Praxis
Auch auf der Fachmesse spielt das Thema Rehabilitation eine zentrale Rolle. Mit dem neuen Format „therapie meets OTWorld“ entsteht in Kooperation mit der führenden Fachmesse für Therapie, medizinische Rehabilitation und Prävention eine Plattform für Physio- und Ergotherapeuten. Im Mittelpunkt stehen praxisrelevante Themen wie neurologische Versorgung – von der Schlaganfallrehabilitation bis zur Neuroorthetik –, Hightech in der Therapie mit Robotik, KI und digitalen Hilfsmitteln sowie Sportlerversorgung.
Ein Fortbildungsprogramm ergänzt das Angebot, unter anderem mit Rundgängen und Workshops zu Lymphtherapie, ICF in der Neuro-Rehabilitation, Behandlung von Rückenschmerzen oder Gangschulung bei Prothesenträgern. „therapie meets OTWorld“ schlägt so die Brücke zwischen technischer Innovation und therapeutischer Anwendung – kompakt, interaktiv und praxisorientiert.