Sportwissenschaftler Niklas Schlimgen, stellvertretender Bereichsleiter Orthopädieschuhtechnik – Einlagentechnik bei Ortema, und die Trial-Radfahrerin sowie Sportwissenschaftlerin Larena Hees informierten über Verletzungen im Fahrradtrial und die unterschiedlichen Anforderungen bei der Einlagenversorgung.
Beim Fahrradtrial ist insbesondere die untere Extremität starken Belastungen ausgesetzt. Larena Hees stellte ihre Krankheitsgeschichte und ihren persönlichen Weg „Return to Sports“ vor, nachdem sie sich eine Fraktur der distalen Tibia (Bruch im unteren Teil des Schienbeins) zugezogen hatte. Anhand dieser Verletzung beschrieben beide gemeinsam einen Rehabilitationsweg im Leistungssport.
Neben der medizinischen Basisversorgung spielte die orthopädietechnische und trainingswissenschaftliche Steuerung des Reha-Prozesses eine zentrale Rolle. Individuell angepasste Einlagen ermöglichten es, frühzeitig gezielt an Belastbarkeit und Bewegungskontrolle zu arbeiten. Zur Überprüfung der Funktionalität der Einlagen wurden Innendruckmesssohlen eingesetzt, die direkt während der sportartspezifischen Aktivität – dem Fahrradtrial – genutzt wurden. So konnten Druckverteilung, Fußführung und die Auswirkungen auf die Bewegungsqualität objektiv bewertet und in den weiteren Return-to-Sport-Prozess integriert werden.
Aufbauend darauf lag aus trainingswissenschaftlicher Sicht der Fokus auf der Analyse von Kompensationsmustern in funktionellen Bewegungen sowie der Ableitung individueller Reha- und Trainingsstrategien. Zudem beleuchteten die beiden Sportwissenschaftler in ihrem Vortrag den Einsatz funktioneller und differentieller Lernansätze in Kombination mit gezielter Aufmerksamkeitssteuerung – passend zu einer Sportart, die ein hohes Maß an Variabilität, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit erfordert.
Das Fazit der Vortragenden
Durch das Zusammenspiel aus Einlagenversorgung und trainingswissenschaftlicher Steuerung konnten Druckverteilung, Fußführung und Bewegungsqualität deutlich verbessert werden. In der Folge nahmen problematische Kompensationsmuster ab, während sich die Sprungleistung messbar verbesserte. Die Ergebnisse zeigen, dass präventive Interventionen in diesem Kontext nicht nur der Gesundheitsförderung und Rehabilitation dienen, sondern gleichzeitig relevante leistungsbezogene Effekte erzielen können. Gesundheit und Leistung sollten konsequent zusammengedacht werden.