In zwei Pressemitteilungen warnen Wir versorgen Deutschland und die BIV-OT-Arbeitsgemeinschaft der Gesundheitshandwerke vor einer geplanten Streichung des elektronischen Berufsausweises für Hilfsmittelleistungserbringer zur eVerordnung. Der am 6. August 2025 vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf eines Pflege-Entbürokratisierungsgesetzes sieht vor, dass der eBA für Hilfsmittelleistungserbringer künftig nicht mehr Zugangsvoraussetzung zur TI sein soll. Dies würde nicht nur ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung abschaffen, sondern den bisherigen Ausschluss von Sanitätshäusern und Gesundheitshandwerken aus der ePA faktisch zementieren, warnt WvD.
„Wer die Digitalisierung im Gesundheitswesen ernst meint, muss alle Versorgungsakteure gleichberechtigt an die Telematikinfrastruktur anbinden und ihnen den Zugang zur ePA sichern“, betont WvD-Generalsekretär Henning Schweer. „Nur so lassen sich Effizienzgewinne erzielen, Versorgungsqualität sichern und eine echte sektorübergreifende Patientenversorgung erreichen.“
Auch die Arbeitsgemeinschaft der Gesundheitshandwerke sieht die Streichung kritisch. Man begrüße zwar grundsätzlich Schritte, die Betriebe zu entlasten. Doch gerade hier gelte es, an einer verlässlichen und geprüften Zugangsvoraussetzung mit dem eBA festzuhalten – nicht zuletzt aus Gründen des Handwerksrechts.
Die Gesundheitshandwerke haben gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH), den Handwerkskammern, den IT-Dienstleistern der Handwerkskammern und den qualifizierten Vertrauensdiensteanbietern (qVDA) in einem zeit- und kostenintensiven Kraftakt ein eBA-Ausgabesystem auf Basis des geltenden Gesetzes aufgebaut – und sind hier klar in Vorleistung gegangen. Der gerade implementierte Prozess zur Kartenbeantragung und TI-Anbindung wurde über zwei Jahre hinweg etabliert und vermittelt. Eine kurzfristige Änderung würde massive Unsicherheit in den Betrieben erzeugen und birgt das Risiko eines nachhaltigen Vertrauens- und Reputationsverlustes – sowohl in der Politik als auch in der Handwerksorganisation selbst.