Mit seinem Anfang Oktober erschienenen Sonderbericht zur Qualität in der Hilfsmittelversorgung fordert das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) die „radikale“ Abkehr vom bisherigen Rechtsrahmen und möchte den Diskussionsprozess über die weitere Gestaltung in der Hilfsmittelversorgung anstoßen.
Als Vertreter der Leistungserbringer begrüßt „Wir versorgen Deutschland“ laut einer Mitteilung ausdrücklich, dass die Aufsichtsbehörde diesem wichtigen Versorgungsbereich einen eigenen Sonderbericht widmet. Der Umfang der Defizite und die Schlussfolgerungen zeigten erneut, dass Handlungsbedarf besteht und die gesellschaftliche Teilhabe der betroffenen Versicherten bedroht ist. Nun seien eine sorgfältige Analyse und Bewertung notwendig.
„Wir stehen für einen Austausch über die Ergebnisse des BAS-Sonderberichtes und die Diskussion sinnvoller Reformen in der Hilfsmittelversorgung zur Verfügung“, betonen Kirsten Abel und Patrick Grunau, Generalsekretäre von WvD. „Im Fokus muss dabei aus unserer Sicht immer das Ziel einer qualitätsgesicherten, wohnortnahen und transparenten Versorgung der Versicherten stehen. Wir werden den Bericht in den kommenden Wochen eingehend analysieren und bewerten, um auf dieser Basis in den konstruktiven Austausch mit allen Akteuren in der Hilfsmittelversorgung und der Politik zu treten“, so Abel und Grunau weiter.
Mit dem Reformvorschlag in Richtung Leitverträge sei bereits deutlich gemacht worden, wie sehr das derzeitige Vertragssystem den Blick für „das große Ganze“ vermissen lässt. Mit dem Ansatz der Leitverträge – die durch die Spitzenverbände der Leistungserbringer oder maßgebliche sonstigen Zusammenschlüsse von Leistungserbringern verhandelt würden – würde u.a. der Qualitätswettbewerb unter den Leistungserbringern gestärkt. Auch zu Themen wie Bürokratieabbau, Qualitätssicherung durch Fortbildung, Einbindung von mehr Fachexpertise und Transparenz in der Mehrkostenregelung liegen bereits Vorschläge von Seiten des Bündnisses „Wir versorgen Deutschland“ vor.