Mit deutlichen Worten appellierte die bayerische Beauftragte für die Belange behinderter Menschen, Irmgard Badura, an die anwesenden Fachleute, die Chancen der ICF als gemeinsame Sprache zu nutzen. Die ICF dient als weltweit einheitliche Nomenklatur zur Beschreibung von Krankheit und Behinderung, aber auch der persönlichen Ressourcen der Patienten und ihres Umfeldes.
Diese differenzierte, menschliche Sicht, die behinderte Kinder und Jugendliche nicht nur auf ihre Defizite reduziert, sondern auch Stärken und Möglichkeiten ihres Lebens beschreibt, ist gerade auch bei der Umsetzung der Inklusion und der Entwicklung von Transitionsmodellen von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin dringend notwendig.
Vom Beginn an unterstützt RehaKIND e.V. die Implementierung der ICF im deutschsprachigen Raum. Die Stiftung Pfennigparade in München präsentierte sich als Gastgeber, der täglich in allen Lebensbereichen Inklusion und Teilhabe ins "richtige Leben" der Bewohner und Schüler übersetzt.
In den Workshops und Vorträgen ging es konkret um
– Studienergebnisse zur ICF-CY Nutzung weltweit
– Unterschiedliche ICF-CY-IT-Programme und Online-Anwendungen
– ICF-CY in der Sonderpädagogik, in SPZs sowie in Behinderteneinrichtungen und Kliniken
– ICF-CY Nutzung im transdisziplinären Team
– Verschiedene Dokumentationssysteme mit ICF-CY
– Bedeutung der personenbezogenen Faktoren und Umweltfaktoren- Hilfsmittelnutzung im Zusammenhang mit der ICF-CY.
Eindrücklich waren die live-sessions mit betroffenen Eltern und Jugendlichen, welche die Bedeutung vorurteilsfreier Kommunikation und Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Fachleuten und Familien immer wieder in den Vordergrund rückten.
Die nächste gemeinsame ICF-Anwenderkonferenz findet vom 9. bis 11. Juni 2016 in der Pädagogischen Hochschule Zürich statt, 2017 sind Frankfurt und 2018 Hamburg in Planung