Im Grand Elysée Hotel erhielten die mehr als 450 Sanitätsfachhändler und Orthopädie(schuh)techniker Anregungen aus Vorträgen, Diskussionen und Workshops.
Seit 2006 treffen sich Bauerfeind-Qualitätspartner einmal im Jahr zum Branchenforum. "Was uns eint, ist das besondere Augenmerk auf Qualität", sagte Gastgeber Prof. Hans B. Bauerfeind. Der regelmäßige Austausch mit den Partnern und die Arbeit des Qualitätspartnerbeirates sind für ihn ein Garant für den Erfolg des Partnerprogramms. "Es ist die zuverlässige Grundlage für unsere tagtägliche Zusammenarbeit", betonte Thomas Bauerfeind, Vorstand Finanzen. Er kündigte Neuerungen an: 2016 wird das Programm um Angebote rund um die Messtechnik und den Onlineauftritt ergänzt.
Die Keynotes beim "Jubiläums-Branchenforum" hielten zwei der beliebtesten Redner aus den Vorjahren: Die Qualitätspartner wählten Prof. Dr. Hans-Dieter Hermann, Psychologe der deutschen Fußballnationalmannschaft, und Marketingexperte Prof. Christian Blümelhuber. Beide gaben Hinweise auf künftige Anforderungen in Führung und Marketing.
Prof. Hermann sprach zum Thema "Führung ist Kopfsache. Wege von der individuellen zur Team-Höchstleistung". Dabei zog er Parallelen zur Fußballnationalmannschaft. Führung und die Erwartungen an Führung haben sich verändert, so Hermann. Dem WM-Titel 2014 sei ein langer Entwicklungsweg vorausgegangen, bis die "Alphatiere" bereit waren, sich zurückzunehmen und jeder erkannte: "Ersatzspieler sind genauso wichtig wie Stammspieler. Jeder in der Mannschaft trägt Verantwortung für Sieg und für Niederlage."
Prof. Christian Blümelhuber nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in die Welt des Marketings. In unserer schnelllebigen Zeit bestehe eine große, übermächtige Herausforderung sich anzupassen. Allerdings sei die Folge, dass es zunehmend schwerer fällt, überhaupt noch Unterschiede in den Angeboten auszumachen. Das verlange nach der Kunst der Positionierung, die Kernideen auf den Punkt bringt und so eine stabile Identität schafft. "Überlegen Sie, was Sie anbieten und wie Sie es anbieten. Gelingt Ihnen keine Differenzierung, vermarkten Sie austauschbare Leistungen. Das ist ein Markt, der nur durch Preiskampf entschieden wird", warnte Blümelhuber.
Wachstumsbranche bietet Chancen
Eine Positionierung stand für die Mehrheit der Zuhörer fest: Auf die TED-Frage "Wollen Sie mit Ihrem Geschäft auch künftig weiter auf Qualität setzen?" antworteten 69 Prozent mit "Ja, unbedingt! Qualität ist die Zukunft." 30 Prozent der Zuhörer antworteten mit "Ja, auch – aber nicht nur." Die meisten Qualitätspartner blicken optimistisch in die Zukunft. 63 Prozent der Teilnehmer schätzen die Entwicklungschancen der Hilfsmittelbranche als gut ein; 24 Prozent sogar als sehr gut.
"Wir leben in einer Wachstumsbranche. Wer sich bewegt, wird die Chancen finden", brachte es Boris Pichler während der Podiumsdiskussion auf den Punkt, in der es um Beispiele für verschiedene Positionierungen ging. Der Geschäftsführer der Sanitätshaus Kaphingst GmbH setzt in seinem Geschäft auf Multichannel-Konzepte. Er nutzt verschiedene Werbe- und Vertriebsformen, um seine Kunden digital und stationär zu erreichen. Das beginnt beim Onlineshop und endet mit der Gestaltung von Erlebniswelten im Verkaufsraum.
Bei Schindewolf + Schneider arbeiten die Verkäufer zwar mit I-Pad. Doch in den Online-Handel einzusteigen, komme für ihn jetzt nicht mehr infrage. "Der Zug ist abgefahren", erklärte Geschäftsführer Ulrich Schindewolf. Er schloss auch die Beteiligung an Ausschreibungen kategorisch aus und erntete dafür Beifall aus dem Plenum.
Werner Dierolf, Präsident des Zentralverbandes der Orthopädie-Schuhtechnik, richtete den Blick auf die kommenden Generationen. Eine seiner Maximen lautet: "Ich setze auf junge Leute."