Dabei soll neben der Produktqualität auch die Qualität der Versorgung festgeschrieben und besser überwacht werden. Brandhorst sprach von der gestiegenen politischen Bedeutung der Hilfsmittelversorgung. Das komme auch dadurch zum Ausdruck, dass sich der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, derzeit persönlich um die Qualität der Versorgung von Inkontinenzpatienten kümmere.
Die Anforderungen an eine "ausreichende" Versorgung veränderten sich stetig. "Die Patienten müssen am medizintechnischen Fortschritt teilhaben", so Brandhorst. Deshalb stelle das Gesundheitsministerium derzeit zahlreiche Überlegungen zur Verbesserung der Qualität in der Hilfsmittelversorgung an, die im kommenden Jahr in eine Gesetzesinitiative münden sollen. Dazu gehöre auch eine bessere Überprüfung der Versorgungsqualität.
Außerdem sollten die Versicherten besser über ihre Rechte aufgeklärt und die Wahlmöglichkeiten sowohl beim Leistungserbringer als auch beim Hilfsmittel erweitert werden.
Von zentraler Bedeutung ist nach Ansicht Brandhorsts das Hilfsmittelverzeichnis. "Der GKV-Spitzenverband hat angekündigt, das Verzeichnis innerhalb von zwei Jahren an den Stand der Technik anzupassen. Das unterstützen wir. Die Aktualisierung darf aber kein einmaliger Akt sein, sondern muss regelmäßig vorgenommen werden."
Der BMG-Experte sprach sich für eine "stärkere Verbindung von Produkt und Dienstleistung" aus. Hier hätten die Homecare-Unternehmen eine wichtige Rolle. Je fortgeschrittener und komplexer die Hilfsmittelversorgung sei, desto wichtiger sei die Qualität der damit verbundenen Dienstleistung. Diese Verbindung müsse "mittelfristig auch leistungsrechtlich hinterlegt werden", so Brandhorst.