„Ein Kompetenzzentrum sucht im Unterschied zu normalen Bildungsstätten die Verzahnung mit den Hochschulen." Andreas Kepper, Regierungsdirektor im Bundeswirtschaftsministerium, brachte anlässlich der Feierstunde die herausragende Stellung des Bildungszentrums der BUFA auf den Punkt. Hier gehe es nicht nur um die Pflicht, sondern um die Kür. "Ein Kompetenzzentrum ist etwas Besonderes. Ihre Zahl ist überschaubar." Die Politik verfolgt ein klares Ziel, bekannte Kepper: "Wir wollen die berufliche Bildung attraktiv halten. Das ist uns wichtig."
Als Leuchtturmprojekt will die BUFA innovative Impulse für die gesamte Branche setzen – insbesondere für die Gesundheitswirtschaft und Patientenversorgung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Insgesamt investierte das Kompetenzzentrum nach eigenen Angaben etwa 1,1 Millionen Euro in Technik und Ausstattung. Die Fördersumme lag insgesamt bei rund einer Million Euro und soll die Qualität der beruflichen Bildung verbessern und kontinuierlich an neue technologische und sozioökonomische Anforderungen anpassen.
Langer Weg
Der Weg zum Kompetenzzentrum mit dem Schwerpunkt Orthopädie- und Rehabilitationstechnik dauert lang. Bereits 2009 hatte die BUFA den Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingereicht. Drei Jahre später begann die dreijährige Förderphase nach den Richtlinien der Bundesregierung. Die BUFA baute zunächst als wissenschaftlichen Kern das Institut für Messtechnik und Biomechanik (IMB) auf, das 2013 eröffnet wurde.
Dr. Ann-Kathrin Hömme, Leiterin des IMB, stellte erste Projekte vor. Dazu zählten u.a. die Einbindung der Messtechnik in die Lehre, empirische Projektarbeiten sowie Begutachtungen bei sozialgerichtlichen Fragestellungen. Auch wurde zusammen mit der Fachhochschule Dortmund ein Studiengang aufgebaut. Diese Kooperation mit der FH soll vertieft werden, um die Qualifikationen Bachelor, Master und Meister besser zu verzahnen.
Handwerk hat Zukunft
Die Diskussionsrunde mit Vertretern aus Handwerk, Medizin, Wissenschaft und regionaler Wirtschaftsförderung war sich einig, dass das Handwerk und insbesondere die Orthopädietechnik auch in Zeiten der Digitalisierung Zukunft hat. "Die Orthopädietechnik wird es in Zusammenarbeit mit der Orthopädie immer geben", sagte Prof. Dr. med. Christian Lüring, Direktor der Orthopädischen Chirurgie, Klinikum Dortmund. Klaus-Jürgen Lotz, Präsident des Bundesinnungsverbands für Orthopädie.Technik, ergänzte: "Wir erfahren jeden Tag am Patienten, dass das Handwerk die Wurzel ist." Die Gesellschaft brauche ein gesundes Verhältnis zwischen modernen Techniken und Handwerk bzw. Erfahrung. Daher müsse das Handwerk "den jungen Leuten Perspektiven aufzeigen". Dafür brauche es die Durchlässigkeit zum Aufstieg und zu akademischen Graden, so Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund. "Das Handwerk hat Zukunft – aber es wird sich ändern."
Die Bundesfachschule in Dortmund ist das führende Bildungszentrum für Technische Orthopädie im deutschsprachigen Raum. Mehr als 2.000 nationale und internationale Fachkräfte aus der Orthopädie- und Reha-Technik sowie über 30 Prozent des deutschen Meisternachwuchses bilden sich hier jährlich zu verschiedenen Themen des Faches in ca. 170 Fortbildungsangeboten weiter.