Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) fordert in seiner Stellungnahme zum Gesetzentwurf des GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetzes ein Umdenken in der Gesundheitspolitik. Statt kurzfristiger Sparmaßnahmen sollten langfristige Effizienzpotenziale durch den Einsatz moderner Medizintechnologien stärker genutzt werden.
„Medizintechnologien steigern die Prozesseffizienz, ermöglichen Ambulantisierung, vermeiden stationäre Pflegebedarfe und stärken die Teilhabe von Patient:innen durch mehr Selbstständigkeit und Versorgung im häuslichen Umfeld. Die MedTech-Branche muss deshalb gestärkt, nicht geschwächt werden“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll.
Nach Ansicht des Verbands ist die MedTech-Branche ein zentraler Bestandteil zur Bewältigung struktureller Herausforderungen im Gesundheitswesen. „Die MedTech-Branche ist kein Kostenfaktor, sondern Teil der Lösung für die strukturellen Herausforderungen des Gesundheitssystems. Gerade vor dem Hintergrund des demografisch bedingt rückläufigen Versorgungspersonals ist sie ein zentraler Hebel, um das Versorgungsniveau zu sichern, Fachkräfte wirksam zu entlasten und Qualität sowie Wirtschaftlichkeit gleichermaßen zu stärken“, heißt es in der Stellungnahme.
Kritik an pauschalem Preisabschlag
Besonders kritisch bewertet der BVMed den geplanten pauschalen Preisabschlag für Hilfsmittel. Dieser werde der Versorgungsrealität nicht gerecht, da die Hilfsmittelversorgung durch ein enges Zusammenspiel von Produkt und Dienstleistung geprägt sei. Der Verband spricht sich daher für die Streichung des vorgesehenen Abschlags in Höhe von drei Prozent für die Jahre 2027 und 2028 aus.
Als Alternative bringt der BVMed ein Festschreiben der bestehenden Erstattungspreise auf Basis der Verträge nach § 127 SGB V ins Spiel. „Um Preiskontinuität zu wahren, wäre ein grundsätzliches Festschreiben der Erstattungspreise auf Basis der Verträge nach § 127 SGB V für die Jahre 2027 und 2028 denkbar.“ Dies könne zur Stabilisierung beitragen, ohne die wirtschaftliche Grundlage der Versorgungsstrukturen zu gefährden oder qualitative Einbußen zu riskieren.
Abschließend mahnt BVMed-Geschäftsführer Möll eine nachhaltige Ausrichtung der Reformen an: „Beitragssatzstabilisierung darf nicht nur einseitig zulasten von Versorgung, Innovation und Qualität erfolgen, sondern muss strukturelle Ursachen adressieren und so nachhaltig ausgestaltet werden.“