Zum Kongress der Orthopäden und Unfallchirurgen (DKOU) 2025 in Berlin unterstreicht der BVMed die zentrale Rolle des künstlichen Gelenkersatzes in der medizinischen Versorgung. Der stellvertretende BVMed-Vorstandsvorsitzende Marc D. Michel erklärt: „Die Endoprothetik, also die Gelenkersatz-Operation, ist eine der erfolgreichsten chirurgischen Eingriffe der letzten Jahrzehnte. Sie ist eine kausale Behandlung schwerer Gelenkbeschwerden und ermöglicht Patient:innen wieder Mobilität und weitgehende Schmerzfreiheit.“
In Deutschland leiden rund neun Millionen Menschen dauerhaft unter Schmerzen durch degenerative Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Arthritis. Die steigende Lebenserwartung sowie Faktoren wie Übergewicht führen laut BVMed zu einem wachsenden Bedarf an Hüft- und Knie-Endoprothesen.
Aktuell dokumentiert das Deutsche Endoprothesenregister (EPRD) im Jahresbericht 2025 insgesamt 410.333 Eingriffe an Hüfte und Knie für das Jahr 2024. Die Daten zeigen: Die Fallzahlen sind stabil, die Versorgungsqualität hoch. Das Risiko für Revisionsoperationen ist tendenziell geringer, wenn der Ersteingriff in spezialisierten Kliniken mit hoher Fallzahl durchgeführt wird – ein Effekt, der durch die Krankenhausstrukturreform zusätzlich gestärkt wird.
„Das EPRD, das seit 2012 Daten zur endoprothetischen Versorgung auswertet, ermöglicht uns, wesentliche Qualitätsmerkmale beim endoprothetischen Hüft- und Kniegelenksersatz nachzuverfolgen und darzustellen. Das EPRD hat damit einen großen Nutzen. Es hilft uns, die Versorgungsqualität beim Einsatz von künstlichen Gelenken weiter zu verbessern“, so Michel.
Hohe Patientenzufriedenheit und nachhaltige Ergebnisse
Ein weiterer Fokus des aktuellen EPRD-Berichts liegt auf den sogenannten PROMs („Patient Reported Outcome Measures“). Diese zeigen eine hohe Zufriedenheit der Patient:innen nach Gelenkersatz und bestätigen die positiven Langzeiteffekte der Versorgung.
Der BVMed betont dabei den „Dreiklang“ einer erfolgreichen Versorgung: ein sicheres und hochwertiges Implantat, eine erfahrene Operateurin bzw. ein erfahrener Operateur sowie eine aktive Mitwirkung der Patient:innen.
Marc Michel fasst zusammen: „Alle verfügbaren Daten zeigen: Patient:innen mit Gelenkersatz sind in Deutschland sehr gut versorgt. Wir haben stabile, der demografischen Entwicklung folgende, Fallzahlen, eine hohe Indikationstreue und lange Standzeiten. Die Behandlungsqualität von Hüft- und Kniegelenkersatz-Operationen hat in Deutschland ein hohes Niveau erreicht. Die Entwicklung der Eingriffszahlen und der Indikationsstellung zeigt damit, dass in Deutschland keineswegs zu viel operiert wird.“
Die neue BVMed-Infoseite zum Thema unterstreicht zudem die volkswirtschaftliche Bedeutung der Endoprothetik: Weniger Krankheitstage und eine gesteigerte Erwerbsfähigkeit durch Mobilität und Schmerzfreiheit leisten einen relevanten Beitrag zum Gesundheits- und Sozialsystem.